The Bass Collection


Blues II und Soloing

Auf einem Segeltörn wird eine Gruppe von Leuten schiffbrüchig. Glücklicherweise können sie sich mit Zelten und Lebensmittel auf eine nahe gelegene Insel retten. Also richten sie sich ein und warten auf Rettung. Schon bald nach ihrer Ankunft bemerken sie heftiges Trommeln auf der Insel, beschließen aber es zu ignorieren. Die Nacht durch geht das Getrommel weiter, auch am nächsten Tag. Bei der Suche nach Wasser begegnen sie einem Eingeborenen und fragen ihn, wann denn das nervige Getrommel endlich aufhört. Schreiend läuft der Eingeborene fort. Auch der nächste Insulaner, den sie treffen, wird nur ganz aufgeregt und schreit: "Schlimm, schlimm, ganz schlimm, wenn Trommeln schweigen!!!". Als auch der dritte Eingeborene panisch auf die Frage nach dem Ende des Trommeln reagiert, binden sie ihn an einen Baum und schwören, ihn nicht los zu binden, bevor er erklärt, was so Schlimmes passiert, wenn das Getrommele aufhört. Verzagt, die Augen zu Boden gerichtet und ganz leise antwortet der schwarze Mann ... "Bass Solo!!!"

Solos. Also um sich die Anerkennung und Zuwendung anderer Musiker, besonders Gitarristen und Keyboarder, aber auch Tröter oder Trommler und nicht zuletzt des Publikums zu sichern, kommt man als Bassist nicht darum herum das eine oder andere Solo zu spielen. Was nicht heisst, dass der Rest der Mannschaft dann mal stille ist oder sich wenigstens zurück nimmt. Also als Basser ist man da echt angeschissen und kann schon froh sein, wenn man überhaupt ein Solo spielen darf. Darf, soll ist eher die Ausnahme.

Das Thema Solo ist nicht neu, Bernd hat schon darüber gesprochen, Eric sowieso. Ich persönlich bin kein begeisterter Solist, weil ich meine Solos schon immer im normalen Betrieb spiele, was aber außer mir keiner merkt. Und darum spielen auch wie ich einige Bassisten, z.B. Stanley Clarke, Victor Wooten oder Steve Bailey, auch Billy Sheehan, eher selten Solos. Und andere, z.B. T.M. Stevens, spielen nur Solos, die sind überhaupt nicht in einer Band zu gebrauchen. Ach ja, Geddy Lee, hat der überhaupt schon mal ein Solo gespielt? Hilft nichts, keine griffigen Ausreden zu finden. Also doch Solo. Schwieriges Thema.

Nähern wir uns dem Thema über die gewohnten und geliebten fiehlosofischen Betrachtungen.

Das Solo im Allgemeinen und Besonderen

Also man hat eine/n SängerIn, die steht vorne am Bühnenrand, auch Frontman/woman genannt, der Hauptfocus des Publikums liegt eben dorten, in Spannung gehalten durch Melodie und Text der Sanges-Darbietung, eventuell auch durch andere optische Komponenten. Hat man keinen Vocalisten, sind instrumentale Eskapaden von Nöten. Solos sind solche Sachen, in vielen Fällen als Einlage zwischen den Gesangsteilen, damit sich der/die SängerIn ein Päuschen leistet, für eine Zichte und ein Bierchen.

Spielt man also ein Solo, so ist die Aufgabe der Ersatz des Gesanges. Ein Solo zu bauen ist daher eine vergleichbare Aufgabe wie das Finden einer Gesangsmelodie oder einer Basslinie. Soweit herrscht prinzipielle Übereinstimmung. Der Dämpfer: genauso, wie diese Ergebnisse von kreativer Arbeit nicht durch 10hoch3 Bücher oder Internet-Seiten vermittelt werden können, so ist es auch bei Solos. Die Melodien oder Patterns finden, das müsst Ihr selbst tun, da kann ich Euch höchstens so etwas wie Anregungen geben, ein wenig Methoden anreißen, ein paar Denkanstöße hinterlassen. Gebe ich ein Rezept für einen Kuchen an fünf Leute, bekomme ich fünf verschiedene Kuchen als Ergebnis, der eine lockerer, der andere süßer. Und was nützt die Angabe "500g Mehl, drei Eier, ein Päckchen Vanillezucker ...", wenn derjenige nicht weiß, dass eine Metall-Kuchenform ganz andere Resultate bringt als eine dunkle Steingut-Form? Man verzeihe mir deshalb eine gewisse Unschärfe und Undeutlichkeit. Coachen und Ausführen haben wenig miteinander zu tun.

Back to the topic

So, das heißt demnach: bei einem Solo ist es die Aufgabe des Instrumentalisten, die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen, das Publikum zu unterhalten. Andere Faktoren (Selbstdarstellung, Anlocken von Groupies) lassen wir im Moment beiseite. Nun mag das Betrachten eines Stilllebens eine meditativ wertvolle Sache sein, bei unseren Zuhörern wird eher Action das geeignete Mittel der Wahl sein. Madonna und Britney erreichen diesen Fokus allein durch Bewegung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale, bei mir würde das weniger wirken. Also andere Bewegung ... ernsthaft ...

Das Solo soll also unterhalten und Aufmerksamkeit binden, daher Bewegung. Mehr Bewegung als im Bass-Teil, den wir während regulärer Verse/Songteile spielen. Inventur: was haben wir an Bewegung zur Verfügung?

Harmonik
Rhythmik
Sound
Artikulation

Diesen Punkten kommen wir gleich noch etwas näher auf die Spur.

Zur Erarbeitung der Solos. Natürlich kann man ein Solo in einem Stück jedes Mal neu entwickeln. Cracks können das auch, gut ist das am Anfang jedoch nicht. Man sollte, auch hier sei die Parallele erlaubt, ein Solo wie eine Gesangslinie entwickeln, dokumentieren, notieren, üben. Dann kann man auch technische Rafinessen oder harte Schnörkel gefahrloser einbauen, weil man sie üben kann. Ein frei improvisiertes Solo, in dem man sich als der Hero überhaupt darstellen will, ist eine gefährliche Angelegenheit. Muss man sich an ein Solo wagen, ohne es vorbereitet zu haben (z.B. weil dem Ketarristen mitten im Stück der Amp abgeraucht ist, oder drei Saiten auf einmal gerissen), sollte man immer im sicheren Bereich bleiben.

Woher nehmen und nicht stehlen?

Bevor man sich an den Bau eines Solos macht, sollte man die Umgebungs-Variablen checken. Erster Ansatz für die Aussenbedingungen eines Solo wären als Möglichkeit:

  1. Wie lang soll das Solo sein? 4, 8, 16 Takte?
  2. Welche Tonarten/Akkorde/Skalen liegen in dieser Zeit zu Grunde?
  3. Was spielen die anderen Instrumente während des Solos?

Ein Solo sollte wie ein Song eine Struktur haben: Intro, Hauptteil, Variationen/Bridges, Outtro. Auch dazu sollte man sich ein paar Gedanken machen. Habe ich eh nur vier Takte zur Verfügung, sind die Möglichkeiten zur Strukturierung geringer, habe ich Zeit bis zum Morgengrauen, muss ich sogar Struktur hinein bringen, damit ich die Zuhörer nicht durch endlose, wahllose Dudelei krank spiele.

Solche Vorbedingungen klar zu stellen, hilft dem eigenen strukturierten Vorgehen und liefert mir einen Rahmen. Wie ein Bleistift-Entwurf bevor ich zum Pinsel greife. Ein weiterer Gedankengang wäre der rein semantische: Trenne ich die Melodie und den Feel im Solo vom Rest des Stücks ab und fange komplett neu an, oder nehme ich beispielsweise die Melodie des Gesangs auf, variiere sie und komme später darauf zurück? So kann man ohne eine Note bereits einen Pfad bauen, eine Leitlinie, anstatt auf dem Griffbrett zu stochern und nach einer genialen Idee zu hungern. Könnten dann solche Abläufe entstehen:

Takt
Kurz-Solo
Solo
Lang-Solo
Legende:  
Intro:
Ruhiger Teil, Bass geht in Vordergrund
Song-Melodie:
Die Verse-Melodie
Variante:
Die Verse-Melodie abgeändert, harmonisch oder rhythmisch
Freies Spiel:
Neu entwickelter Teil
Strophe
Die Bassline des Verse
Outtro:
Analog Intro, Rückgang zur Basslinie des Verses
1
Intro
Intro
Intro 1
2
Freies Spiel
Song-Melodie
Intro 2
3
Freies Spiel
Variante 1
Song-Melodie
4
Outtro
Variante 2
Variante 1
5
Freies Spiel
Variante 2
6
Freies Spiel
Freies Spiel
7
Song-Melodie
Strophe
8
Outtro
Song-Melodie
9
Variante 3
10
Freies Spiel
11
Freies Spiel
12
Outtro

Haben wir die Struktur unseres Solo fettich, können wir an das Ausmalen unseres Entwurfs gehen.

Harmonik

Tja, was kann man da sagen? Man weiß ja, was im jeweiligen Takt als Tonika angesagt ist, und welcher Akkord oder welche Skale akut vorliegt. Daraus ergibt sich das Notenmaterial dann automatisch. Für den ersten Schritt. Ausschmücken kann man dann mit Durchgangsnoten, mit Double-Stops, mit ganzen hohen Akkorden. Das ist der Punkt, wo das Genie sich Bahn bricht.

Beobachtet man Bass-Solos auf der Bühne oder in Videos, so fällt auf, dass viele Basser meinen, die müssten während des Solos immer oberhalb des 15. Bundes herum fuddeln. Diese Ansicht halte ich für Quatsch. Man sollte sich beim Solieren immer das Wort Bewegung in großen Lettern vor Augen halten, je mehr Varianz hinsichtlich der Lagen und der Farben (= Intervalle) da ist, desto mehr tut sich, desto farbiger wird es. Daher vorbereitet sein, sich einfach mal linear durch eine Leiter über zwei oder sogar drei Oktaven aufwärts und/oder abwärts zu bewegen, zu springen. Alternativen: um eine Grundnote oder um ein reines Intervall herum spielen. Auch erlaubt: Wiederholungen, also eine Linie oder ein Pattern mehrmals hintereinander wiederholen. Alternierende Intervalle, 2 - 5 - 2 - 5 - 3 - 5 - 3 - 5 ...

Die scheinbar so elendigen, langweilen Intervall-Übungen aus dem Practice Book finden hier reale Anwendungen, Patterns wie 1-2-3-2-3-4-3-4-5-4-5-6-... , triolisch, können Bausteine für die Solo-Parts sein. Und wenn einem nun wirklich nix Vernünftiges einfällt: Solos anderer Instrumente hören, vor allem Klavier, Bläser, Streicher. J.S. Bach hatte auch so seine Patterns, die er gerne und reichlich anwendete. Mal bei Bach klauen, tut Abi auch in einem Stück, Steve ebenso. Zwei Solo-Beispiele, auch unter solchen Gesichtspunkten, finden sich am Schluss des Artikels. Auch da gilt: es gibt keine Geheimnisse, auch Cracks kochen nur mit Wasser, letztendlich.

Insofern also harmonisch nix Neues. Thematisch würde ich noch einmal die Stichworte Pentatonik, Harmonisierung, Chromatik fallen lassen.

Rhythmik

Im Grunde gilt das Gleiche wie für die Harmonik: Bewegung beibehalten, Abwechselung, Überraschungen. Antäuschen, hängen lassen. Wenn man viel Zeit hat, warum nicht mal ganze Noten, oder wenigstens halbe? Schieben/Ziehen von Noten, Im Solo ist (beinahe) alles erlaubt, sei es harmonisch oder rhythmisch.

Sound

Musste kommen, oder auch nicht. Trotzdem, wenn man die Möglichkeit hat, sollte sich der Sound im Solo vom Linienspiel deutlich unterscheiden. Ob nun Badewanne (Bässe/Höhen hoch, Mitten absenken) oder mittiger bis tiefmittiger Sound, das hängt vom persönlichen Geschmack, vom Stil und vom Gesamtsound der Band ab. In der Regel kommen Solos über den Steg-Pickup besser, weil die Bässe schlanker sind, der Anschlag knackiger. Beim Preci ... ja ja ...

Artikulation

Wie bereits im dazu gehörigen Artikel gesagt: das ist das Salz in der Suppe. Man muss sich nicht unbedingt die Finger blutig spielen, schnell wie der Blitz, eine ausgefeilte, interessante Harmonik und dazu akzentuiertes Spiel bringen viel mehr. Akzentuieren ist der entscheidende Farbpinsel: lauter/leiser werden, eine konstante Linie wiederholend den Anschlag von der Bridge aufwärts bis zur Saitenmitte wandern lassen, Hammer-Ons/Pull-Offs, meine Herren (und Damen), lassen Sie sich da doch mal etwas einfallen, kann doch nicht so schwer sein!

Und dann?

Nun wird man sich an seine ersten solistischen Gehversuche nicht ganz so gerne im Proberaum oder sogar auf der Bühne nähern. Und wie viele Dinge im Leben sollte man ja erst so zu Hause die Sache angehen können. Aber wie?

Ist eine vernünftige Soundkarte im PC (Yamaha, Creative, möglichst Wavetable) liegt die Lösung nahe. Man programmiert sich Akkord-Folgen und versucht seine Solos. Creative zum Bleistift liefert mit der Soundblaster Live! ein Programm namens Rhythmania. Da kann man sich Drumpatterns und Akkordfolgen vom Keyboard, alles well prepared mitgeliefert, zusammenstellen. Oder man nimmt ein Notationsprogramm und pappt Akkorde hintereinander. So, und dazu kann man dann seine Solos üben.

Aber was üben? Na, hatten wir doch schon:

Gimme da Blues

Grundform des Blues hatten wir schon in einem früheren Artikel. Also Blues, weil die Akkord-Patterns so übersichtlich sind, und weil Blues eigentlich immer geht. Und weil es so viele Blues-Formen gibt. Texas-Blues und Delta-Blues, Jazz-Blues und Blues-Rock, die Auswahl ist groß. Um sich Blues-Akkordfolgen zusammen zubauen, verwende ich TablEdit und eine Grunddatei, die ein paar wesentliche Akkorde enthält, nämlich für E-Dur:

Blues Toolkit

(Das mp3 ist mit meiner Soundblaster Live! und ein paar kostenlosen Soundfonts aus dem Netz gemacht.)

Die stehen da drin, ich gehe in das Menü 'Play->Reading list' und trage dort die Nummern der Takte ein, die ich spielen möchte. Die Takt-Nummern sind in dieser Datei

1
Vier Beats Lead-In
2 - 3
Zwei Takte Edom7
4 - 5
Zwei Takte Adom7
6 - 7
Zwei Takte Bdom7
8
Cdom7
9
Gdom7
10
F#dom7
11
Edom7 - Adom7
12
Edom7 - Bdom7

Steht also in dieser Reading list | 1 | 2-3 | 2-3 | 4-5 | 2-3 | 6 | 4 | 2-3 |, dann habe ich einen Standard-Blues. Das kann ich dann nochmal und noch mal dranhängen und dann stundenlang danach spielen. Und so habe ich ein paar Blues-Varianten erzeugt:

Basic 12-bar Blues (Chicago Blues)
Stufen
 
Akkorde
I
I
I
I
 
E7
E7
E7
E7
IV
IV
I
I
 
A7
A7
E7
E7
V
IV
I
I
 
B7
A7
E7
E7

 

Basic 12-bar Blues (Chicago Blues, quick change)
Stufen
 
Akkorde
I
IV
I
I
 
E7
A7
E7
E7
IV
IV
I
I
 
A7
A7
E7
E7
V
IV
I
V
 
B7
A7
E7
B7

 

12-bar Blues (Down from the fifth)
Stufen
 
Akkorde
V
IV
I
I
 
B7
A7
E7
E7
... als Intro, danach konventionell weiter:
I
IV
I
I
 
E7
A7
E7
E7
IV
IV
I
I
 
A7
A7
E7
E7
V
IV
I
V
 
B7
A7
E7
B7

 

8-bar Blues (B-part bridge)
Stufen
 
Akkorde
IV
I
IV
I
 
A7
E7
A7
E7
IV
I
II
V
 
A7
E7
F#7
B7

 

8-bar Blues (split bridge)
Stufen
 
Akkorde
I
V
IV
IV
 
E7
B7
A7
A7
I
V
I - IV
I - V
 
E7
B7
E7 - A7
E7 - B7

 

ProgBlues
Stufen
 
Akkorde
I
I
VI
I
 
E
E
C7
E
III
IV
I
VII
 
G7
A7
E
B7

Na, dann übt mal fleissig.

Fazit

So, ich denke das reicht für den Anfang zur Bass-Solisten-Karriere. Zum Thema Bass-Solos empfehle ich an dieser Stelle selbstverfreilich noch einmal den Artikel von Bernd, der geht auch noch einmal einen Tucken auf harmonische Fragen ein, jedenfalls für die Schublade Jazz. Fazit war:

  1. Auch Solos brauchen eine Struktur, rein improvisierte Solos sind im Proberaum noch zu machen, spätestens live will sich das wohl keiner mehr antun. Solos vorbereiten, notieren, üben.
  2. Die Bedingungen für das Solo sollen definiert sein. Bass-Solo und der Drummer dreht durch oder der Ketarrist fuddelt auch herum, ist doof.
  3. Solos brauchen Bewegung, rhythmisch und harmonisch, und auch in der Artikulation des Spiels. Das hält den Zuhörer wach und interessiert.
  4. Solos spielen lernen ist eine Sache, die nicht technisch, sondern kreativ zu bewältigen ist. Daher daran arbeiten, das braucht so seine Zeit.
  5. Für Ideen und Anregungen nehmen man Solos von guten Bassisten, aber auch andere Instrumente können viel Ideen und Gedanken liefern. Und überhaupt: hören, hören, hören ...

Um die Hürde nicht zu niedrig zu legen noch zwei Hörbeispiele. Das erste ist Dave LaRue, ein recht kurzes Solo aus Mechanical Frenzy, von der CD Split Decision der Steve Morse Band (so zu sagen mein Paul Gilbert). Zwei Punkte erscheinen mir daran wesentlich. Erstens kann man sehr schön hören, wie Dave das Solo strukturiert hat, siehe oben. Zweitens die Wahl des Noten-Materials. Dave nimmt nämlich mal große und dann kleine Intervalle, spielt um Noten herum. Und artikuliert sehr fliessend, das Solo klingt nicht aufgeblasen, lebt nicht von Über-Technik, sondern aus der Harmonik und aus der Bewegung.

Dave LaRue: Mechanical Frenzy (Ausschnitt):

Beispiel Nummer Zwo ist nicht von einem Bassisten, sondern von einem Multi-Instrumentalisten, Jan Hammer. Es stammt aus der Music zur TV-Serie Miamy Vice, das Stück heißt Theresa von der CD Escape From Television. Auch hier, warum ich das Solo für sehr hörenswert halte. Jan Hammer nimmt hier das Thema (im MPEG3 am Anfang kurz vorgestellt) des Songs in einem Keyboard-Bass-Solo prinzipiell auf, variert es aber, spielt damit herum. Zudem wechselt er vom deutlichen Onbeat zu Offbeat und sogar gegensätzlichen Betonungen. Das Notenmaterial ist nicht ungewöhnlich, nicht so ausgefeilt wie bei Dave LaRue, es ist die Variabilität, das Fließen im Backbeat. So viel zum Hinhören bei Instrumental-Solos, arten-fremden zudem.

Jan Hammer: Theresa (Ausschnitt):

So, dann mal viel Spaß bei Eurem ersten Solo.

 

 
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