Bass Collection FAQ


Aktiv, passiv ...

In Anzeigen und Artikeln ist immer wieder von aktiven und passiven Bässen die Rede. Aktive werden gespielt, passive hängen an der Wand? Nein, nein, so ist das nicht gemeint. Aktiv und passiv ist im elektronischen Sinne gemeint. Von einer aktiven Schaltung spricht man dann, wenn die Schaltung in der Lage ist, einem Signal eine Verstärkung zu zu führen. Passive Schaltungen können lediglich aus einem Signal etwas weg nehmen, keine zusätzliche Spannung oder Leistung hinzufügen. Somit brauchen aktive Schaltungen immer eine Spannungsversorgung. Also sobald eine Batterie im Spiel ist, ist irgendetwas aktiv.

Als aktiv bzw. passiv bezeichnet entweder die Pickups oder die Klangregelung. Passive Pickups bestehen nur aus der Spule und den Magneten, aktive Pickups haben einen kleinen Vorverstärker eingebaut, der das Signal noch innerhalb der Pickups vorverstärkt, bevor das Signal der Pickups zu irgendwelchen Reglern geht. Da die Wicklungen von Pickups eher hochohmig, das Signal eher sehr gering ist, sind diese Signale auch leicht zu stören oder es können Höhenverluste durch die Leitungen auftreten. Der kleine Verstärker im Pickup bringt das Signal auf einen höheren Pegel und der Ausgangswiderstand des Verstärkers ist niedrig. Hoher Pegel + niedriger Ausgangs-Widerstand = störungsfreieres Signal. Darum aktive Pickups.

Eine passive Klangregelung hat nur Potis und einen oder zwei Kondensatoren. Eine aktive Regelung ('EQ') ist eine komplette elektronische Schaltung, mit der Höhen, Bässe, oft auch Mitten mit verschiedener Center-Frequenz (die Frequenz, wo die Regelung am stärksten wirkt) angehoben oder abgesenkt werden können. Passive Regelungen können aus Prinzip nur irgend etwas absenken, im Bassisten-Bereich nur Höhen. Aktive Regelungen können wegen der Verstärker, die sich in der Schaltung befinden, auch Signale verstärken, also im Pegel erhöhen. Sie können so auch Frequenzbereiche gegenüber dem vorhandenen Pegel hervor heben.

Neben der weiteren Regelungsmöglichkeit haben aktive EQs auch den Vorteil eines niedrigeren Ausgangswiderstandes, was das Signal (wie bei den Pickups auch) zum Amp hin weniger störanfällig macht, und wodurch Höhen durch das Kabel weniger gedämpft werden. Aktive Pickups haben damit bezüglich des Signalpegels den gleichen Vorteil wie aktive Pickups, nämlich weniger Störungen auf den Kabeln.

In machen Bässen findet man zur Versorgung der aktiven Pickups und des EQ einen, in anderen zwei Batterien a' 9 Volt. Grund: mit zwei Batterien und der sich ergebenden Versorgungsspannung von 18 Volt haben die Schaltungen mehr 'headroom', die Schaltungen haben so zu sagen nach oben hin mehr Platz und gelangen bei hoher Aussteuerung nicht an Grenzen der Versorgungsspannung. Obwohl das erst nicht plausibel erscheint: der Verstärker hat mit einer Bakterie eben nicht 9 Volt Arbeitsbereich, sondern +4.5 bis -4.5 Volt. Denn die Verstärkerchen müssen ja Wechselspannung liefern, nicht 0 .. 9V, sondern -4.5 .. +4.5 Volt. So bleibt man mit zwei Batterien als Versorgung im sicheren Bereich.

Es gibt Bässe, die nur aktive Pickups und eine passive Regelung haben, z.B. mit ein paar Sets von EMG für Jazz Bass und Precision. In der Regel sind aber beide kombiniert, passive Pickups plus aktive Regelung, oder sogar beides aktiv. Das Hauptargument ist für den EQ der weitere Regelbereich, für die Pickups die geringere Störanfälligkeit. Nachteil: die Batterie. Batterien sind immer dann gerade leer, wenn's den maximalen Schaden erzeugt. Ich ganz persönlich bevorzuge passives Material, weil ich den Klang als natürlicher empfinde. Your mileage may vary.

 

 
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