Dead Spots
Wenn sich an einem einzelnen oder auch mehreren Positionen
auf dem Griffbrett der Effekt zeigt, dass an dieser Stelle
der gegriffene Ton leiser ist oder weniger lange ausschwingt,
so spricht man von einem Dead Spot.
Entstehung
Dead Spots entstehen durch Resonanzen im Hals des Instrumentes,
allerdings nur in Holz-Hälsen, nicht in Graphit oder
Fiberglas. Dadurch wird die Schwingungsenergie der Saite 'aufgefressen'.
Die meisten mechanischen Gegenstände haben eine Resonanzfrequenz.
Schlägt man zum Beispiel ein Glas mit dem Löffel
an, so vernimmt man einen Ton. Das Material des Glases kommt
in Schwingung, die Frequenz dieser Schwingung hängt von
mehreren Faktoren ab, unter Anderem das Material, Abmessungen,
bis hin zur Temparatur. Das gleiche Glas aus einer anderen
Glassorte hätte eine andere Resonanzfrequenz. Das gleiche
Glas in Kunststoff würde nur 'tock' machen, weil der
weiche Kunststoff wenig schwingungsfähig ist und die
mit dem Löffel zugeführte Energie durch die innere
Reibung des Plastiks schnell verbraucht wäre. Das Glas
ist hart und sehr starr, daher klingt es lange aus, weil die
Schwingungsenergie fast nur an die Umluft abgegeben wird.
Auch der Hals eines Instrumentes hat Resonanzfrequenzen,
von Instrument zu Instrument unterschiedlich, weil die Struktur
des Holzes ganz individuell ist. Mal so, mal so gewachsen.
Je ungleichmäßiger das Holz gewachsen ist, desto
eher bilden sich im Holz durch Faser-Verdickungen oder -Ausdünnungen
quasi Resonanzkörper. Und es kann passieren, dass damit
die Resonanzfrequenzen des Halses nun leider in einen Frequenzbereich
fallen, der auch die gespielten Noten enthält.
Wird nun eine solche passende Note gespielt, so schwingt
der Hals stärker mit als bei anderen Noten. Die Folge
ist, dass der Hals für sein Schwingen ('Resonieren')
die Schwingungsenergie der Saite abzieht, auffrisst, so dass
sie abgedämpft wird. Die Note verstirbt, ein Dead Spot
ist gefunden. Der Korpus des Instrumentes hat wegen der Dicke
und Schwere sehr tiefe Resonanzfrequenzen und ist daher i.d.R.
keine Gefahr für solche Effekte. Fiber- oder Graphit-Hälse
haben keine Dead Spots, weil sie nicht schwingungsfähig
sind.
Abhilfe
Man kann versuchen, die Resonanzfrequenzen des Halses zu
verschieben. Zum Beispiel, indem man die Masse des Halses
verändert, sei es durch andere, schwerere Stimm-Mechaniken,
durch eine Metallplatte unter dem Headstock (Kopfplatte) oder
auch durch Anklemmen eines Kapos. Es kann passieren, dass
die Deadspots nur an anderen Stellen auftauchen, es kann aber
auch sein, dass sie ganz verschwinden.
Ansonsten muss man damit leben.
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