Bass Collection FAQ


Was ist eigentlich ein Leadsheet?

Die wahrscheinlich perfekte Form, ein Stück zu beschreiben, wäre in Standard-Notation mit mehreren Stimmen und allem drum herum. Für den Standard-Rocker oder Gelegenheits-Blueser allerdings ein hoffnungsloses Unterfangen. Wir brauchen für unseren Zweck ja eigentlich nur etwas, was uns den Ablauf des Songs beschreibt, eventuell mit ein paar Kommentaren zu kritischen Stellen, sowie die changes, die Akkordfolgen und -wechsel. Zu diesem Zweck verwendet man leadsheets. Ein Leadsheet ist eine ganz reduzierte Darstellung des Song-Ablaufs, so lange man mit Akkord-Symbolen oder auch -Namen etwas anfangen kann, ist das ausreichend.

Im Gegensatz zu einer Partitur (Dirigier- oder z.B. auch Kammermusik-Partitur) gibt es für ein Leadsheet keine offiziellen Vorschriften oder Vereinbarungen. Leadsheets kann man so gestalten wie man lustig ist, am PC mit einer Vorlage oder auch nur handschriftlich und dann am Kopierer vervielfältigt. Meine Leadsheets mache ich mit verschiedenen Vorlagen in Powerpoint oder Word, trage je nach Zeit per Hand oder am PC die erforderlichen Angaben ein und fettich ist das Leadsheet. Verschiedene Vorlagen sind dann sinnig, wenn man vielleicht in verschiedenen Projekten mit unterschiedlichen Besetzungen tätig ist. Also ist das hier auch nur ein Beispiel für meine Leadsheets.

Hinter dem Bild hier liegt ein Link auf die PDF-Version eines Beispieles für ein Leadsheet. Der Inhalt ist Quatsch, die Akkordfolgen ganz nett, aber halb erfunden, halb geklaut. Jede Zeile besteht aus einer Angabe, wie oft der Part zu wiederholen ist, wer gerade spielt, um welchen Part es sich handelt (z.B. Verse, Bridge etc.) und danach die beteiligten Akkorde. Viele Songs aus dem Pop- und Rock-Lager haben Gruppierungen in vier Takten, daher verwende ich vier Takt-Kästchen pro Zeile, falls nicht benötigt, werden einfach Kästchen gestrichen.

In die Kästchen schreibe ich die Akkorde, die in diesem Takt angesagt sind. Da oft auch Akkord-Wechsel innerhalb eines Taktes vorkommen, ist jedes Kästle auch noch mal punktiert geteilt. In dem Beispiel liegt in der ersten Zeile auf Beat 1 und 2 des 4/4 ein E-Moll, auf Takt 3 und 4 ein B-Moll. Schleifchen können auch noch eingezeichnet werden, als Beispiel das Hochnehmen eines Fingerchens und aus dem C-Dur in Beat 3 des letzten Taktes wird ein C-Dur7 auf Beat 4.

Die Linien unter den Takt-Kästchen können sowohl Standard-Notation aufnehmen (Beispiel ausnotiertes Solo) oder auch TAB, oder Songtexte, oder Kommentare oder Spielanweisungen. Oder nach Belieben.

Auf diese Weise wird der gesamte Song notiert und man kann die Blätter mehrfach ausdrucken oder kopieren. Oder weg werfen, falls der Song doch nicht so ganz der Brüller war ...

 

 
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