Die ewige Suche nach dem Sound
Obwohl bei Bassisten eher selten, taucht diese Frage immer
wieder auf, wie die Pest oder Cholera.
Die Antwort ist: Gar nicht.
Selbst wenn Ihr das Instrument von *** und seine Anlage spielen
würdet, Ihr würdet niemals so klingen wie ***. Und
noch etwas: selbst wenn *** auf Eurem Instrument und Eurer
Anlage spielen würde, würde er doch irgendwie wie
*** klingen, aber niemals wie Ihr. Angekommen?
Instrument, Anlage und Effekte prägen den Sound eines
Spielers, ein spezieller Chorus, Octaver, Amp mit einer bestimmten
Einstellung. Den Kern der Geschichte bildet aber immer der
Spieler selbst, wie er Linien aufbaut, Intervalle und Akkorde
nutzt, bis hin zu seinem Anschlag und seiner Art zu greifen.
Jemand hat mal Jeff Berlin persönlich kennen gelernt
und dabei spielen gesehen. Hinterher kam er ganz verblüfft
zu Jeff und meinte, er hätte immer gedacht Jeff würde
einen Fretless spielen. Tatsächlich hat Berlin nie fretless
gespielt (kann es natürlich), und warum er beinahe so
klingt, kann er selbst nicht erklären.
Würdet Ihr ernsthaft wollen, dass Ihr ausseht wie der-und-der?
Oder die Stimme von dem-und-dem habt? Wahrscheinlich nicht,
Ihr wollt Eure eigene Persönlichkeit reflektiert sehen,
wollt als Ihr selbst erkannt und anerkannt werden. Der Versuch
ein Plagiat und/oder Imitat zu sein endet schrecklich. Wäre
Michael Jackson mit seiner dunklen Haut zufrieden gewesen,
wäre er als Entertainer und Sänger weniger beachtet
worden? Die Suche nach einer anderen Identität, äusserlich
wie musikalisch, ist vielleicht ein Symptom einer anderen
Unsicherheit oder Unzufriedenheit.
Wenn Ihr nur glücklich seid indem Ihr einem Idol oder
unrealem Vorbild hinterher lauft, und ich zähle die Suche
nach dem Sound von *** dazu, habt Ihr Euch ein falsches Arbeitsfeld
ausgesucht. Dann sucht Ihr nach einem Kostüm, nach einer
anderen Identität. Dann ist das Instrument in Eurer Hand
nur eine Prothese.
Dont imitate,
innovate!
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