The Bass Collection


Jazz Fake

Nein, keine Angst, es geht natürlich nicht wirklich um Jazz, sondern nur um eine Annäherung an die Art und Weise, wie Bass im Jazz oft gespielt wird. Sonst stünde das auch woanders. Zum Beispiel in der Jazz Bass Collection oder in Bernds Jazz für Rock-Bassisten. Denn am Anfang können solche Begriffe wie ii-V-i-Kadenzen, Dorisch - Phrygisch - Lokrisch und Doppeldominanten halt ganz schön erschrecken. Kann ich mir jedenfalls so vorstellen. Dabei ist es doch beeindruckend, wenn man Jazz-Bassisten hört, das klingt ja schon sehr nett. Und das möchte man auch so können, gerade wenn sich leider nicht sooooo fit fühlt für, sagen wir mal, 'richtigen' Jazz.

Aber dann fängt da doch der Drummer im Proberaum an, in seiner Langeweile einen Swing anzuspielen (Gitarristen nudeln in Probenpausen gerne vor sich hin, Drummer swingen), so layed-back auf Ride und Snare, da würde man gerne einsteigen und den Rest der Band etwas beeindrucken, oder? Aber wie, da fällt uns ja nix so richtig ein. Mit Pentatonik kommen wir nicht recht weiter, und mit den gängigen Rock-Riffs auch nicht. Wie kann man denn ohne großen Aufwand so ein wenig nach Jazz klingen? Ist eigentlich nicht wirklich schwierig, wenn das Ziel nicht der Einstieg in eine lokale Jazz-Combo sein soll. Und ganz generell ist das eine gute Übung, sich mal mit solchen Spielweisen zu beschäftigen, also eine weitere Arbeitsecke. Das hier nebenan ist übrigens Herbie Hancock, den ich persönlich neben Weather Report und Gershwin besonders gern höre, und der auch für Rocker hörbaren Jazz geschrieben hat (auch wenn er so düster dreinschaut).

Ein Kern des Jazz

Historisch stammt der Jazz aus der Vermischung von klassischen Elementen mit dem Blues und Gospel. Der Jazz des beginnenden 20. Jahrhundert orientierte sich noch stark an den konventionellen harmonischen Formen, daher findet sich der Jazz dort auch eher noch in der populären Musik wie Musicals und mehr oder minder orchestralen Werken. Das, was wir heute als modernen Jazz kennen, z.B. Miles Davis, Herbie Hancock oder der Fusion-Kram (auch Jazz-Rock genannt), stammt erst aus der späten Mitte des 20. Jahrhundert oder ist noch neueren Datums. Und der Jazz ist über die Zeit immer komplexer geworden, hat sich analog zum Rock weiterentwickelt und sogar Mischformen überstanden. So tief wollen wir aber hier nicht in die Materie eindringen. Ansonsten ist das Thema halt auch in Wikipedia ausführlichst beschrieben.

Es geht also hier nur um einen Fake. Ein Fake ist, wenn man so tut als ob und in Wirklichkeit das Ganze weder Hand noch Fuß hat, und man im Grunde gar nicht so genau weiß, was man tut. Was aber nicht schlimm ist, denn Fakes sind auch bei erfahrenen Bassisten keine Fouls. Ein Fake ist so etwas wie eine kleine Unehrlichkeit. Oder ein Sich-Hinüber-Helfen über eine undeutliche Situation. Die darf man sich schon mal leisten. Arbeiten wir also an ein einem Fake für die nächste Probenpause, wenn der Drummer mal wieder Langeweile verspürt. Da stricken wir uns jetzt mal etwas zusammen.

Am Anfang stand - die Kadenz

Was ist typisch für Jazz? Tröten, Klavier und eine saitenbespannte Hundehütte? Ein Kit nur aus Bass-Drum, Snare, Hihat und einem Becken? Das meinte ich jetzt weniger. Ich meinte musikalisch. Zwei Komponenten sind wieder wichtig: Harmonik und Rhythmik. Und mit einfachen Mitteln in beiden Teilbereichen können wir schon verdammt jazzig klingen. Wenn wir wissen, was da den Jazz ausmacht. Ja nee, is' klar, aber was macht den Jazz aus?

Jazz riecht immer nach Komplexität, Ernsthaftigkeit und einer Prise Verbissenheit. Würde ich auch nicht grundweg leugnen, viele Jazzer pflegen diesen Stallgeruch, aber durchgängig ist das nicht. Und Jazz hat zwar recht ausgefeilte theoretische Grundlagen, was aber nicht heißt, dass er immer schwierig zu spielen ist. Komplexe Harmonik, diffizile Rhythmik, Improvisation? Auch, aber nicht notwendiger Weise.

Was im Jazz nicht anders ist als im Blues, oder im Rock, oder bei Heino, ist die Tatsache, dass hinter der Geschichte zuerst immer eine Akkordfolge steht. Der Jazz hat so einige harmonische Standard-Akkordreihen, die wir Kadenzen nennen, und die sehen nun schon hinsichtlich Länge im Jazz etwas anders aus als im Rock. Aber man findet die gleichen Kadenzen auch in Rock und Pop wieder, nur sind sie da vertrauter und einfacher gespielt. Im Blues oder Rock haben wir es meistens mit Strukturen zu tun, die zum Bleistift so aussehen:

Am C Dm Fm Am C E E Am G F#m F Am C Bm Bb
A-Teil = Verse B-Teil = Refrain

Also unsere typische Gliederung in Verse - Verse - Refrain - Verse etc. mit eher übersichlichen Akkordabschnitten wie vier oder maximal acht Takten. Das ist im Jazz oft anders, dort wird meistens mit dem Begriff des Chorus gearbeitet. Ein Chorus ist eine Akkordfolge von 12, 16 oder bis zu 32 oder auch mehr Takten, die mit Akkorden gefüllt sind, zwar fast immer eine Generaltonika als harmonisches Zentrum haben, aber sich dann innerhalb dieses Universums heftigst herum treiben. Das ist im klassischen Jazz die harmonische Basis. Auch, dass ein 32taktiger Chorus tatsächlich innerlich wieder eine AABA-Form haben kann, erinnert an eher populäre Musik. Der moderne Jazz eines Herbie Hancock macht selbst das nicht mehr, die Akkorde haben streckenweise keinen harmonischen Zusammenhang, sondern sind so gespielt, weil es gut/nett/schön/interessant klingt. Aber auch in der schillernden Welt eines Josef Zawinul oder Chick Corea finden sich wieder die klassischen Harmonien ein. Am Ende kann man das Rad nicht wirklich neu erfinden.

Dieser Chorus wird meistens erst einmal mit einer Melodie versehen vorgestellt, eventuell noch einmal abgewandelt wiederholt, danach wird von allen beteiligten Musikern jeweils über den Chorus soliert. Am Ende folgt die Rückkehr zur eigentlichen Melodielinie in unisono. Das kann halt dauern. Gerade wenn ein Schlagzeug-Solo dazukommt.

Da wir an dieser Stelle ja nur einen Fake bauen wollen, reichen uns an dieser Stelle einfache Akkordfolgen, wie sie in etwa typisch für Jazz-Standards sind. Auch machen wir sie nicht so lang, sondern vereinfachen sie uns ein bisschen, das fällt eh keinem auf. Die Jazz-Polizei am Tresen würde auch heftig schimpfen, denn die Folge ist nicht ganz korrekt. Macht aber nix, sie ist ja auch nur unsere Spielwiese.

Grundlagen für unseren ersten Fake sind sogenannte nicht-aufgelöste ii-V-i-Kadenzen, aus der 78.579% aller Jazz-Standards bestehen. Dass sie sich nicht auflösen heißt, dass die Akkordfolgen nicht zur jeweiligen Tonika kommen, sondern schon vorher durch eine andere Akkordfolge abgelöst werden. Also ii - V uind dann Tonika-Wechsel bis hin zur sich dann doch zeigenden Generaltonika, hier Rock-Musik-kompatibel™ in E-Dur (dass so viele Jazz-Stücke in Bb oder Eb sind, liegt an den Bläsern, deren Instrumente so schief gestimmt sind). Lassen wir die weitere Theorie außen vor, sieht der Kern unseres Jazz-Fakes so aus:

Jazz Fake in Dur

Am7 D7 Gm7 C7 F#m7 B7 E E7

Das ist eben nur Proberaum-Jazz, sowohl die Tonart als auch die Form sind nicht unbedingt die der gängigen Jazz-Standards. Egal, das ist jetzt unser beispielhafter Chorus, in diesem Fall in Dur, genauer eben: E-Dur. Allerdings würde kein Jazzer das so schreiben, sondern er würde die changes, die Akkordwechesel, als Leadsheet schreiben, was sich dann in etwa so darstellen würde.

Sieht kompliziert aus? No fear, hier einmal die Akkordbewegungen in Bild und Ton:

Jazz Fake
 

Das ist ja wohl nicht schwer zu merken. Diese acht Akkorde pappen wir viermal hintereinander, kommen wir dann auf 32 Takte und das kann bei 120bpm schon ganz schön lange dauern. Wie man im MIDI-File hört. Jetzt fehlt uns noch der Bass.

Bass dazu

Zwei Arten von Basslinien finden wir zuhauf im Jazz. Einmal die Walking Bass Line, eine in Vierteln gespielte Basslinie, die beispielsweise aus den Akkordnoten des aktuellen Akkordes gebildet werden kann. Oder notenmäßig das Gleiche, aber als Swing Line. Überhaupt ist die Bildung von Basslinien auch im Jazz nicht wirklich schwierig. Denn als Parallele zum Rock gibt es auch im Jazz ein paar Kochrepte. Man nehme als Noten:

  • Die Grundnote des jeweiligen Akkordes
  • Grundnote und Quinte
  • Grundnote, Quinte und Oktave
  • Die drei Noten des jeweiligen Akkordes plus Oktave der Grundnote
    (was dann schon vier Noten pro Takt sein können)

Und auch so kann man Grundpatterns bauen, die wir dann passend zusammenstöpseln. Ich würde auch genau dieses Vorgehen empfehlen, also zuerst mal, zur Einstimmung, auf jede Viertel eines Taktes nur die Grundnote des Akkordes spielen, also

A - A - A - A D - D - D - D G - G - G - G ...

Als zweiten Schritt erweitern wir den Bass auf Grundnote und Quinte des Akkordes:

A - A - E - E D - D - A - A G - G - D - D ...

Und entsprechend weiter mit der Terz. Genauer findet sich dieses Verfahren auch in der Jazz Bass Collection am Beispiel All The Things You Are, anhand eines echten Jazz-Standards. Hier nun eine Basslinie zu unserer Akkordfolge, die sich im ersten Chorus nur auf der Grundnote ausruht, dann zu Grundnote und Quinten (wir haben zwei davon!) wechselt und zuletzt noch die Oktaven dazu nimmt.

Jazz Fake: Simple Bass

Das swingt sogar schon merklich. Liegt aber nicht an den Noten.

Ein paar einfache WBL-Jazz-Bass-Patterns

Was Ihr wahrscheinlich schon intuitiv wisst ist, dass im Jazz oft eine Basslinie als "Walking Bass Line" gespielt wird. Das ist eine Basslinie, die nur aus Viertelnoten besteht, schon tausendmal gehört bei Glen Miller oder Satchmo. Und noch ein Vorteil ist der, dass unser Jazz-Chorus nur drei Akkorde hat, m7, 7 und Dur pur. Wer es genauer wissen möchte, was für diese drei Akkorde als Leitern verwendet werden können: Dorisch, Mixolydisch und Ionisch. Für den Rest der Welt hier eine Auswahl an Patterns, die man für den jeweiligen Akkord verwenden kann. Die folgenden Patterns beziehen sich wie notiert auf Am7, D7 und E, sind dann in andere Lagen zu übertragen, eben nur die relative Position auf dem Griffbrett ändert sich. Paletti? Schön mit den vier Fingern arbeiten, one-finger-per-fret!

Am7 |---------|
|---------|
|-----7-7-|
|-5-5-----|
|---------|
|---------|
|---------|
|-5-7-8-5-|
|---------|
|---------|
|-------7-|
|-5-7-8---|
|---------|
|-------7-|
|-----7---|
|-5-8-----|
|---------|
|---------|
|---7-5---|
|-5-----5-|
|---------|
|---------|
|---5-7---|
|-5-----8-|
|---------|
|---------|
|---3-4-5-|
|-5-------|
D7 |---------|
|-----7-7-|
|-5-5-----|
|---------|
|---------|
|-----4-7-|
|-5-7-----|
|---------|
|---------|
|-----4---|
|-5-7---5-|
|---------|
|---------|
|---7-6-5-|
|-5-------|
|---------|
|-----5-4-|
|---7-----|
|-5-------|
|---------|
|---------|
|---5-7---|
|-5-----7-|
|---------|
|-----5---|
|---5---5-|
|-5-------|
|---------|
E |---------|
|---------|
|-------2-|
|-0-2-4---|
|---------|
|---------|
|---------|
|-0-2-4-0-|
|---------|
|-------2-|
|-----2---|
|-0-4-----|
|---------|
|-------2-|
|---2-4---|
|-0-------|
|---------|
|-------2-|
|---0-2---|
|-0-------|
|---------|
|-2-------|
|---2-----|
|-----4-0-|
|---------|
|---------|
|-2-0-----|
|-----4-0-|

Für unsere minor7-Akkorde sind hier alle Noten aus Dorisch = Natürlich-Moll mit großer Sexte, für dom7 aus Mixolydisch = Dur mit kleiner Septime erlaubt. Falls sich jemand noch mehr Patterns bauen möchte. So, den Schlagzeuger briefen wir entsprechend, dass er halt ein büsschen swingt. Und so hört sich das dann an, inklusiver weitere verwendeter Patterns als Erweiterung des Baukastens. Ich habe übrigens im Tabledit-File mal die Patterns sowohl mit als auch ohne Leersaiten notiert, das ist Absicht. Nachteil der Leersaiten ist eben, dass man diese Patterns dann nicht verschieben kann. Aber das Spielen mit Leersaiten hat auch den Vorteil, dass man sich nicht die Pfoten bricht und geschmeidiger von Note zu Note übergehen kann.

Jazz Fake: Walking Bass

Was ist nun wichtig, damit es nach Jazz klingt?

  1. Die Viertel müssen sauber auf die Beats kommen, kein Schlüren oder Schleppen.
  2. Das Schlagzeug muss sehr tight und genau spielen.
  3. Die Noten sollen fließend klingen, wie man sich eben das Gehen vorstellt,
    konstant und ineinander übergehende Noten.
  4. Möglichst die Noten so wählen, dass auch im Verlauf ein fließender Übergang
    entsteht. Außer der Sprung soll ein Effekt sein.

Ein wenig moderner

Für unsere Ohren moderner und fetziger klingen "Swing Lines". Im Gegensatz zu den streng nach Vierteln geteilten Walking Bass Lines setzen Swing Lines ternäre Rhythmik ein. Dieser Swing-Feel entsteht durch eine kleine Zutat in unserem Rezept: Swing-Triolen! Was sind das nun wieder?

Relativ einfach zu erklären. Was Triolen sind, wissen wir ja hoffentlich, teilen wir eine Viertelnote nicht durch zwei in zwei Achtel, sondern durch drei in drei Achteltriolen, bekommen wir die Basis für den Shuffle. Indem wir die mittlere Triole durch ein Pause ersetzen. Machen wir das etwas anders, indem wir nicht eine Pause nehmen, sondern die mittlere Triole an die erste anbinden, also ungespielt durchklingen lassen, dann entsteht Swing-Feel. Hier als Beispiel, Takt 1 und 3 sind Shuffle, 2 und 4 sind Swing:

Shuffle vs. Swing:

Notiert wird diese Spielweise übrigens wie oben gezeigt, scheinbar als Achtelnoten. Damit das aber nicht fälschlicherweise als Achtelnoten verstanden wird, kommt über die Noten, am Anfang des Blattes, das kleine Symbol . Und das zeigt an, dass hier Swing-Triolen zu spielen sind, nicht Achtel.

So. Was bringt uns diese Spielweise nun für unseren Jazz-Ausflug? Und macht das die Sache nicht viel komplizierter? Und welche Patterns können wir nun benutzen? Nicht immer unbedingt die gleichen wie für Walking Bass. Macht aber nix. So viel Neues brauchen wir gar nicht.

Wir swingen auch mal

Im einfachsten Falle nehmen wir nämlich einfach die Noten aus dem Walking Bass, spielen sie aber als Swing. Mal die ersten acht Takte in unserem Swing-Versuch.

Jazz Fake: Swing Bass Line

Ein bisschen oversized? Geschmackssache. Aber klar, wir können auch Walking Bass und Swing mischen, das klingt dann weniger nervös und etwas gefälliger.

Jazz Fake: Swing + WBL

Na, da kommt doch sogar unsere Oma in Schwung, das klingt doch schon sehr jazzig. Noch einmal kurz zusammengefasst, was unseren Jazz-Ansatz insgesamt ausmachte.

  • Harmonische Grundlage eines Stückes, das nach Jazz klingen soll, ist eine
    eher komplexe Akkordfolge = Kadenz, die sich innerhalb bestimmter Muster
    bewegt.
  • Schlagzeug eher sparsam, aber tight und auf den Punkt gespielt.
  • Der Bass muss aber genauso tight sein. Ungenauigkeiten und Geschlampe machen
    den Jazz-Feel kaputt.
  • Die Basslinie baut sich aus Akkord- oder Leiternoten zusammen und ist die meiste
    Zeit über in Bewegung. Rhythmisch entweder als Walking Bass Line, eventuell
    gewürzt mit Swing-Triolen.
  • Auf die Eins jeden Taktes kommt die Grundnote des jeweiligen Akkordes. Ganz Wichtig!

Und damit wird das auch so richtig feste üben können, machen wir uns noch ein MP3-File mit einem Jam-Track.

Jazz Fake: Jam-Track

Jetzt noch mal in Moll

Ist recht simpel, jedenfalls im Jazz. Das hat mit einigen Eigenarten zu tun, die im Jazz gepflegt werden. Als Beispiel eine Erklärung vorweg.

Stufentechnisch korrekt müsste eine Kadenz auf einer Moll-Leiter mit den Stufen ii, V und i lauten: m7b5 - m7 - m7. Also ii-v-i. Spielt man im Jazz aber eben nicht so, sondern man spielt ii-V-i = m7b5 - Dom7 - m7. Aber das ist doch aus der reinen Lehre heraus falsch! Nein, ist es nicht. Der dom7-Akkord ist nämlich gar nicht der echte Akkord für die fünfte Stufe, sondern eine sogenannte Zwischendominante zur Tonika. Nehmen wir mal einfach so hin, dass das so ist. Im Jazz jedenfalls. Dann lautet unsere gleiche Akkordfolge in Moll:

Jazz Fake in Moll

Am7b5 D7 Gm7b5 C7 F#m7b5 B7 Em7 E7

Aber was soll jetzt der E7 am Ende? Das müsste doch auch Em7 sein! Ist nur ein Taschenspielertrick. Zieht den Übergang zum ersten Akkord etwas variabler hin, wir wollen uns ja nur ein bisschen mit dem Drummer anfreunden und seine Probenpausen-Fuddelei parieren. Hier jetzt noch ein paar Patterns für den m7b5, aus der lokrischen Leiter und/oder auch dem half-diminished chord, dem Moll7-Akkord mit verminderter Quinte.

Am7b5 |---------|
|---------|
|---------|
|-5-6-8-5-|
|---------|
|---------|
|-------6-|
|-5-6-8---|
|---------|
|---------|
|-----6---|
|-5-6---8-|
|---------|
|-----7---|
|---6---6-|
|-5-------|
|---------|
|---------|
|---6-5---|
|-5-----8-|
|---------|
|---------|
|-----6-8-|
|-5-8-----|

Auch diese Patterns sind wieder verschiebbar, oder natürlich auch auf Leersaiten-Spiel zu übertragen. Diese Akkordfolge klingt aber nicht ganz so prickelnd, weil der Gesamtablauf eher für Dur passend ist, für Moll würde man etwas andere Akkord-Bewegungen wählen. Ist ja aber auch nicht alles so ernsthaft, und so wie hier gemacht, würde der Jazzer auch nicht vorgehen. Sollte aber auch nur ein Beispiel sein. Für unseren Proberaum-Jazz reicht es ja allemal. Ein erster Eindruck vom Jazz bleibt hoffentlich trotzdem zurück.

 
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