The Adam Nitti Collection


Adam Nitti arbeitet als Bass-Lehrer am Atlanta Institute of Music. Ich habe seinen folgenden Text übersetzt und mit Adam's freundlicher Genehmigung hier verwendet. Weitere Infos zu Adam, seinen musikalischen Aktivitäten und weitere Artikel in Englisch auf seiner Homepage (www.adamnitti.com).  

Making Patterns Musical (Part II)

von Adam Nitti


Hallo 'Holders-of-the-bottom-end', ...

Letztes Mal haben wir über Sequenzen und Intervalle gesprochen, die wir benutzen können, um die Anwendung von Tonleiter-Sätzen zu verbessern. Nicht zu vergessen: die Idee ist, diese Konzepte für Skalen zu verwenden, um an Ideen zu kommen, die 'musikalischer' sind. Was Ihr letzten Endes bei einem Auftritt anwendet, steht in direkter Beziehung zu dem, was Ihr trocken zuhause übt. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, aus der Monotonie der blossen Leiter-Übungen herauszukommen und alte Gewohnheiten durch neue zu ersetzen. Ich hoffe, dass diese Konzepte Euch zu neuen Bass-Linien inspririeren und Euch einen neuen Ansatz zur Verwendung leiter-orientierter Linien bringen.

In dieser Folge möchte ich einige neue Ansätze zur Arbeit mit Tonleitern anbieten, und dies basiert natürlich auf den Sequenzen und Intervall-Mustern aus der vorherigen Folge.

Solltet Ihr meinen vorherigen Artikel "Making Patterns Musical, Part I" noch nicht kennen, solltet Ihr Euch diesen zuerst zu Gemüte führen. Teil I präsentiert die Grundansätze, die in diesem Kapitel weitergeführt werden.

Hybride Ansätze

Hybride Ansätze kombinieren zwei (oder mehr) verschiedene Elemente unserer Skalen-Sequenzen und Intervall-Sequenzen und vereinen diese zu enorm brauchbaren Sätzen. Beispiele hybrider Ansätze können zwei verschiedene Intervall-Muster beinhalten, zwei unterschiedliche Sequenzen, oder sogar eine Mischung von Sequenzen und Intervallen in einem Muster. Sie können auch hervorragend im praktischen Spiel benutzt werden, nämlich wegen ihres abstrakten und einzigartigen Klanges.

Hybride Intervall-Sätze

Nehmen wir hier noch einmal unsere Dur-Leiter mit den Finger-Sätzen, bei denen wir drei Noten pro Saite verwenden um möglichst viele Noten in einer Lage erreichen zu können:



Gehen wir nun in eine Ansammlung von hybriden Sätzen über eine G-Dur-Leiter (natürlich kann das für jede andere Leiter oder anderen Modus verwendet werden, indem die Fingersätze einfach für das neue Muster oder die neue Lage angewendet werden).

Noch einmal: in jeder der Übungen repräsentiert eine Ziffer aufsteigend zugeordnet eine Stufe der Leiter. Haltet Euch im Gedächtnis, dass das Drei-Noten-pro-Saite-Fingering Euch zwölf Noten für einen Viersaiter, 15 Noten für einen Fünfsaiter und 18 Noten für einen Sechssaiter liefert. Diese Noten sind entsprechend ihrer Position in der Leiter durchnumeriert.

Intervalle: Terzen/Sexten

In dieser Übung folgt auf das Intervall einer Terz eine Sexte und fängt dann wieder von vorn an:

Terzen/Sexten: 1-3, 2-7, 3-5, 4-9, 5-7, 6-11, 7-9, etc.

(Die Kommata trennen die nacheinander gespielten Intervalle)

So würde dies auf einer G-Dur-Leiter aussehen:

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Intervalle: Quinten/Terzen

Hier folgt einem Quint-Intervall eine Terz:

Quinte/Terz: 1-5, 2-4, 3-7, 4-6, 5-9, 6-8, 7-11, etc.

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Intervalle: Konsekutive Terzen [aua .... der Sätzer]

Die Natur dieses Übung liegt in der Tatsache, dass die aufeinanderfolgenden Intervalle Terzen sind. In anderen Worten: die obere Note des ersten Intervalls ist die untere Note des zweiten Intervalls, und so weiter.

In diesem Beispiel wird also eine Terz auf die andere geschichtet. Diejenigen unter Euch, die mit Grundlagen der Harmonielehre vertraut sind, werden bemerken, dass so etwas auch als triadische Übung gesehen werden kann:

Terzen/Terzen: 1-3-5, 2-4-6, 3-5-7, 4-6-8, 5-7-9, 6-8-10, 7-9-11, etc.

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Intervalle: Konsekutive Quinten

Dies nun Quinte aufgesetzt auf Quinte:

Quinte/Quinte:1-5-9, 2-6-10, 3-7-11, 4-8-12, 5-9-13, 6-10-14, 7-11-15, etc.

Anmerkung: viele der folgenden Sätze können mit drei Noten pro Saite nicht auf einem Viersaiter gespielt werden. Stattdessen muss man Lagenwechsel durchführen.

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Intervalle: Konsekutive Sekunden/Quinten

Eine Quinte auf eine Sekunde:

Sekunden/Quinten: 1-2-5, 2-3-6, 3-4-7, 4-5-8, 5-6-9, 6-7-10, 7-8-11, etc.

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Hybride Sequenzen

Diese Beispiele fassen zwei unterschiedliche Sequenz-Arten zusammen. Diese Ideen klingen nicht so abstrakt wie die Intervall-Sequenzen, hauptsächlich weil sie mehr von einem leiter-orientierten Ansatz haben. Man könnte auch sagen, sie klingen etwas weicher.

Fünfer/Dreier-Sequenz

Diese Sätze nutzen eine Fünfer-Sequenz gefolgt von einer Dreier-Sequenz:

Fünfer/Dreier-Sequenz: 1-2-3-4-5, 2-3-4, 3-4-5-6-7, 4-5-6, 5-6-7-8-9, 6-7-8, 7-8-9-10-11, etc.

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Dreier/Vierer-Sequenz

Diese Sequenzen entstehen aus dem Ketten von Dreier- und Vierer-Sequenzen:

Dreier/Vierer-Sequenz: 1-2-3, 2-3-4-5, 3-4-5, 4-5-6-7, 5-6-7, 6-7-8-9, 7-8-9, etc.

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Sechser/Dreier-Sequenz

Dieses Muster nutzt eine Sechser-Sequenz gefolgt von einer Dreier-Sequenz:

Sechser/Dreier-Sequenz:1-2-3-4-5-6, 2-3-4, 3-4-5-6-7-8,
4-5-6, 5-6-7-8-9-10, 6-7-8, 7-8-9-10-11-12, etc.

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WICHTIG: Der Kürze wegen haben obige Beispiele nur die aufsteigenden Formen angerissen. Es ist natürlich genauso wichtig, dass man diese Sequenzen in auf- und absteigender Form auf dem Bass durcharbeitet. Um die absteigende Form zu spielen, geht man die Muster einfach rückwärts durch, auf der höchsten Note beginnend. Schliesslich möchte man seine Fähigkeiten bei einem Gig nicht nur in eine Richtung unter Beweis stellen.

Bidirektionale Ansätze

Es ist zu ersehen, dass die bisher aufgeführten Übungen die aufsteigende und die absteigende Form jeweils getrennt berücksichtigten. Bidirektionale Ansätze fassen beide Richtungen in beide Versionen, und so ergeben sich einige ganz nette Ideen. Der Austausch auf- und abstegender Linien innerhalb eines Musters nenne ich 'Gegenbewegung (contrary motion)'. Hier dazu ein paar Beispiele:

Birektionale Terz-Intervalle

1-3, 4-2, 3-5, 6-4, 5-7, 8-6, 7-9, 10-8, etc.

Jede gespielte Terz wird von einer Terz in Gegenrichtung gefolgt. So sieht es in Notation aus:

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Birektionale Sext-Intervalle

1-6, 7-2, 3-8, 9-4, 5-10, 11-6, 7-12, etc.

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Birektionale Dreier-Sequenzen

1-2-3, 4-3-2, 3-4-5, 6-5-4, 5-6-7, 8-7-6, 7-8-9, 10-9-8, etc.

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Birektionale Vierer-Sequenzen und Terzen

1-2-3-4, 5-3, 4-5-6-7, 8-6, 7-8-9-10, 11-9, etc.

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Birektionale Konsekutive Terzen (whow!)

1-3-5, 6-4-2, 3-5-7, 8-6-4, 5-7-9, 10-8-6, 7-9-11, 12-10-8, etc.

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Ich hoffe, Ihr habt diese Übungen genossen. Offensichtlich sind sie auch nur die Spitze des Eisberges. Ihr könnt alle Ansätze und Konzepte nach Eurem Geschmack nutzen und in Eurem Sinne kombinieren, so dass wirklich toll klingende musikalische Dinge herauskommen. Trotzdem ein Hinweis in Güte: geht nicht alles auf einmal an. Fokussiert Euch auf einige wenige Übungen, und führt diese für alle möglichen Leitern und Modi durch, bevor Ihr jeweils weitergeht. Ansonsten besteht keine Chance, dass diese Verfahren und Ideen verinnerlicht werden, und somit auch nicht in Eure Solo-Arbeit eingehen. Seid geduldig, nutzt ein Metronom, und beobachtet Eure Fortschritte in Tagesabständen. Die Erfolge sind die Mühe allemal wert.

Bis dahin ...

Übersetzt von Rainer Böttchers, Februar 1999

 
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