Making Patterns Musical (Part II)
von Adam Nitti
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Hallo 'Holders-of-the-bottom-end', ...
Letztes Mal haben wir über Sequenzen und
Intervalle gesprochen, die wir benutzen können, um die
Anwendung von Tonleiter-Sätzen zu verbessern. Nicht zu
vergessen: die Idee ist, diese Konzepte für Skalen zu
verwenden, um an Ideen zu kommen, die 'musikalischer' sind.
Was Ihr letzten Endes bei einem Auftritt anwendet, steht in
direkter Beziehung zu dem, was Ihr trocken zuhause übt.
Daher ist es von entscheidender Bedeutung, aus der Monotonie
der blossen Leiter-Übungen herauszukommen und alte Gewohnheiten
durch neue zu ersetzen. Ich hoffe, dass diese Konzepte Euch
zu neuen Bass-Linien inspririeren und Euch einen neuen Ansatz
zur Verwendung leiter-orientierter Linien bringen.
In dieser Folge möchte ich einige neue Ansätze
zur Arbeit mit Tonleitern anbieten, und dies basiert natürlich
auf den Sequenzen und Intervall-Mustern aus der vorherigen
Folge.
Solltet Ihr meinen vorherigen Artikel "Making
Patterns Musical, Part I" noch nicht kennen, solltet Ihr
Euch diesen zuerst zu Gemüte führen. Teil
I präsentiert die Grundansätze, die in diesem
Kapitel weitergeführt werden.
Hybride Ansätze
Hybride Ansätze kombinieren zwei (oder mehr)
verschiedene Elemente unserer Skalen-Sequenzen und Intervall-Sequenzen
und vereinen diese zu enorm brauchbaren Sätzen. Beispiele
hybrider Ansätze können zwei verschiedene Intervall-Muster
beinhalten, zwei unterschiedliche Sequenzen, oder sogar eine
Mischung von Sequenzen und Intervallen in einem Muster. Sie
können auch hervorragend im praktischen Spiel benutzt
werden, nämlich wegen ihres abstrakten und einzigartigen
Klanges.
Hybride Intervall-Sätze
Nehmen wir hier noch einmal unsere Dur-Leiter
mit den Finger-Sätzen, bei denen wir drei Noten pro Saite
verwenden um möglichst viele Noten in einer Lage erreichen
zu können:

Gehen wir nun in eine Ansammlung von hybriden Sätzen
über eine G-Dur-Leiter (natürlich kann das für
jede andere Leiter oder anderen Modus verwendet werden, indem
die Fingersätze einfach für das neue Muster oder
die neue Lage angewendet werden).
Noch einmal: in jeder der Übungen repräsentiert
eine Ziffer aufsteigend zugeordnet eine Stufe der Leiter.
Haltet Euch im Gedächtnis, dass das Drei-Noten-pro-Saite-Fingering
Euch zwölf Noten für einen Viersaiter, 15 Noten
für einen Fünfsaiter und 18 Noten für einen
Sechssaiter liefert. Diese Noten sind entsprechend ihrer Position
in der Leiter durchnumeriert.
Intervalle: Terzen/Sexten
In dieser Übung folgt auf das Intervall
einer Terz eine Sexte und fängt dann wieder von vorn
an:
Terzen/Sexten:
1-3, 2-7, 3-5, 4-9, 5-7, 6-11, 7-9, etc.
(Die Kommata trennen die nacheinander gespielten
Intervalle)
So würde dies auf einer G-Dur-Leiter aussehen:

Intervalle: Quinten/Terzen
Hier folgt einem Quint-Intervall eine Terz:
Quinte/Terz:
1-5, 2-4, 3-7, 4-6, 5-9, 6-8, 7-11, etc.

Intervalle: Konsekutive Terzen [aua
.... der Sätzer]
Die Natur dieses Übung liegt in der Tatsache,
dass die aufeinanderfolgenden Intervalle Terzen sind. In anderen
Worten: die obere Note des ersten Intervalls ist die untere
Note des zweiten Intervalls, und so weiter.
In diesem Beispiel wird also eine Terz auf
die andere geschichtet. Diejenigen unter Euch, die mit Grundlagen
der Harmonielehre vertraut sind, werden bemerken, dass so
etwas auch als triadische Übung gesehen werden kann:
Terzen/Terzen: 1-3-5,
2-4-6, 3-5-7, 4-6-8, 5-7-9, 6-8-10, 7-9-11, etc.

Intervalle: Konsekutive Quinten
Dies nun Quinte aufgesetzt auf Quinte:
Quinte/Quinte:1-5-9,
2-6-10, 3-7-11, 4-8-12, 5-9-13, 6-10-14, 7-11-15, etc.
Anmerkung: viele der folgenden Sätze können
mit drei Noten pro Saite nicht auf einem Viersaiter gespielt
werden. Stattdessen muss man Lagenwechsel durchführen.

Intervalle: Konsekutive Sekunden/Quinten
Eine Quinte auf eine Sekunde:
Sekunden/Quinten:
1-2-5, 2-3-6, 3-4-7, 4-5-8, 5-6-9, 6-7-10, 7-8-11, etc.

Hybride Sequenzen
Diese Beispiele fassen zwei unterschiedliche
Sequenz-Arten zusammen. Diese Ideen klingen nicht so abstrakt
wie die Intervall-Sequenzen, hauptsächlich weil sie mehr
von einem leiter-orientierten Ansatz haben. Man könnte
auch sagen, sie klingen etwas weicher.
Fünfer/Dreier-Sequenz
Diese Sätze nutzen eine Fünfer-Sequenz
gefolgt von einer Dreier-Sequenz:
Fünfer/Dreier-Sequenz:
1-2-3-4-5, 2-3-4, 3-4-5-6-7, 4-5-6, 5-6-7-8-9, 6-7-8, 7-8-9-10-11,
etc.

Dreier/Vierer-Sequenz
Diese Sequenzen entstehen aus dem Ketten von
Dreier- und Vierer-Sequenzen:
Dreier/Vierer-Sequenz:
1-2-3, 2-3-4-5, 3-4-5, 4-5-6-7, 5-6-7, 6-7-8-9, 7-8-9, etc.

Sechser/Dreier-Sequenz
Dieses Muster nutzt eine Sechser-Sequenz gefolgt
von einer Dreier-Sequenz:
Sechser/Dreier-Sequenz:1-2-3-4-5-6,
2-3-4, 3-4-5-6-7-8,
4-5-6, 5-6-7-8-9-10, 6-7-8, 7-8-9-10-11-12, etc.

WICHTIG: Der Kürze wegen haben obige Beispiele
nur die aufsteigenden Formen angerissen. Es ist natürlich
genauso wichtig, dass man diese Sequenzen in auf- und
absteigender Form auf dem Bass durcharbeitet. Um die absteigende
Form zu spielen, geht man die Muster einfach rückwärts
durch, auf der höchsten Note beginnend. Schliesslich
möchte man seine Fähigkeiten bei einem Gig nicht
nur in eine Richtung unter Beweis stellen.
Bidirektionale Ansätze
Es ist zu ersehen, dass die bisher aufgeführten
Übungen die aufsteigende und die absteigende Form jeweils
getrennt berücksichtigten. Bidirektionale Ansätze
fassen beide Richtungen in beide Versionen, und so ergeben
sich einige ganz nette Ideen. Der Austausch auf- und abstegender
Linien innerhalb eines Musters nenne ich 'Gegenbewegung (contrary
motion)'. Hier dazu ein paar Beispiele:
Birektionale Terz-Intervalle
1-3, 4-2, 3-5, 6-4,
5-7, 8-6, 7-9, 10-8, etc.
Jede gespielte Terz wird von einer Terz in Gegenrichtung
gefolgt. So sieht es in Notation aus:

Birektionale Sext-Intervalle
1-6, 7-2, 3-8, 9-4,
5-10, 11-6, 7-12, etc.

Birektionale Dreier-Sequenzen
1-2-3, 4-3-2, 3-4-5,
6-5-4, 5-6-7, 8-7-6, 7-8-9, 10-9-8, etc.

Birektionale Vierer-Sequenzen und Terzen
1-2-3-4, 5-3, 4-5-6-7,
8-6, 7-8-9-10, 11-9, etc.

Birektionale Konsekutive Terzen (whow!)
1-3-5, 6-4-2, 3-5-7,
8-6-4, 5-7-9, 10-8-6, 7-9-11, 12-10-8, etc.
Ich hoffe, Ihr habt diese Übungen genossen.
Offensichtlich sind sie auch nur die Spitze des Eisberges.
Ihr könnt alle Ansätze und Konzepte nach Eurem Geschmack
nutzen und in Eurem Sinne kombinieren, so dass wirklich toll
klingende musikalische Dinge herauskommen. Trotzdem ein Hinweis
in Güte: geht nicht alles auf einmal an. Fokussiert Euch
auf einige wenige Übungen, und führt diese für
alle möglichen Leitern und Modi durch, bevor Ihr jeweils
weitergeht. Ansonsten besteht keine Chance, dass diese Verfahren
und Ideen verinnerlicht werden, und somit auch nicht in Eure
Solo-Arbeit eingehen. Seid geduldig, nutzt ein Metronom, und
beobachtet Eure Fortschritte in Tagesabständen. Die Erfolge
sind die Mühe allemal wert.
Bis dahin ...
Übersetzt von Rainer Böttchers, Februar
1999
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