The Bass Collection


Kommentare zu den Grundlagen

Zuerst habe ich überlegt, ob ich bei den Basisdingen noch zulegen soll. Ich habe mich dagegen entschieden, weil es sehr zeitaufwendig ist (und Zeit habe ich nicht viel), mehr eine Sache des Ausprobieren's und Nachspielens (kann man niemandem abnehmen) und auch sehr geschmacksabhängig (mein Musikgeschmack ist eh daneben).

Was ich aber tun kann, ist, einige Empfehlungen zu geben, wie man an einfache, nachspielbare Rock-Songs und -Linien kommt, und wie man die Grundlagen bewältigt.. Und was man dabei herausholen sollte, für sich und sein Spiel. Und was man braucht. Und noch'n ein paar Nebenregeln.

Schritt 1: Durchforstet CDs/LPs/Cassetten auf Material, was mindestens erst einmal einfach klingt und was Euch Spass macht. Der Bass muss deutlich zu hören sein. Beispiele für überschaubares, spielbares Liedgut sind als Beispiele Led Zeppelin: I/II/III; Genesis: Abacab, Duke, Genesis; EL&P: EL&P; Jethro Tull: Stand Up, Benefit, Aqualung; Nirvana; Oasis; Tom Petty: Wildflower; Mike&The Mechanics: Beggar on a beach of gold; nur so als Beispiele. Metallica: Metallica hatte ich vergessen.

Das Mitspielen dient hauptsächlich der Gehörbildung und der rein mechanischen Übung. Konzentriert Euch darauf, Akkord-Folgen/Kadenzen/Intervalle zu erkennen. Es bietet zwar auch den Vorteil, ein paar Standards auf der Pfanne zu haben, Ziel ist aber dabei nicht, spezifische Fähigkeiten zu erlernen.

Schritt 2: Für das Erlernen von Spielfolgen, das Üben von Fingersätzen und das erweiterte, gezielte Gehörtraining ist die Anschaffung von einigen wenigen Büchern oder Videos unumgänglich. Das Angebot ist gross und unübersichtlich. Ein erster Blick in das Material gibt schnell einen Eindruck über Verständlichkeit für Euch. Meine Empfehlung, gerade für den Anfänger, ist simpel.

Grosse Namen sind keine Garantie für Brauchbarkeit und Qualität (leider). Wohnt man in einer abgelegenen Gegend (z.B. Paderborn oder Reit im Winkl), kann es schwierig werden, Material in ausreichendem Angebot in die Hand zu bekommen. Viele Händler bieten aber immerhin Kataloge an, die die verfügbaren Videos + Kommentare auflisten. Der Musik Produktiv-Katalog z.B. Auch 'ne prima Lektüre. Andere Quellen sind Kataloge der Verlage, z.B. AMA oder Voggenreiter.

Schritt 3: Baut Euch Euer persönliches Übungprogramm auf. Das grösste Problem ist, gerade am Anfang, regelmässiges und gezieltes Üben. Regelungen sind notwendig hinsichtlich Zeit und Material. Ideal wäre:
  • Ein fester Zeitraum pro Tag/pro Woche wäre das Optimum.
  • Dazu gehört eine passende Umgebung. Wenn man erst Amp herumschleppen muss und Kabel suchen, ist das schon Mist und eine blöde Entschuldigung, nun nichts zu tun. Auch Dinge wie Metronom oder Tuner gehören in die Nähe, greifbar.
  • Sich einfach hinhocken und zur CD jammen, bringt wenig. Teilt Euch das Üben in Pflicht und Kür ein. Zuerst ein oder zwei Kapitel aus Buch-Material oder Video, dann 10 oder 15 Minuten zur CD. Auch bei der CD eine Art Programm oder Setliste aufbauen und üben, bis die Stücke absolut 'sitzen'.
  • Neben Buch/Tutorial/Video-Arbeit und CD Jamming ist noch ein dritter Aspekt der Heimarbeit zu nennen: das Improvisieren. Ich betrachte diese Form entweder als eine Vorstufe zum Songwriting, oder als Art der Meditation. Das Erfinden/Ausdenken/Nachfühlen eigener Ideen, Melodien und Riffs ist eine Hilfe gerade zur Enwicklung eines eigenen Stils.
  • Mindestens für die ersten neun oder zwölf Monate ist ein Teacher eine Hilfe. Anstatt in teure Instrumente oder Amps zu investieren, lieber das Geld für einen Lehrer verwenden. Aber darauf achten, dass er selbst Basser ist, kein Gitarrist mit 'Nebenfach' Bass.
  • Sobald Ihr auf dem Bass einigermassen klar kommt, sucht eine passende Band für Euch. Das regelmässige Zusammenspiel mit Anderen ist technisch wichtig und schafft Motivation. Wichtig: Auf gleichen Level achten!
  • Ein letzter Punkt, und aus meiner Sicht zu der geringste, ist die Übungsmotivation. Dass das sture Üben von Intervallen, Akkordmustern und Läufen langweilig ist, wissen wir alle. Trotzdem ist es wichtig, dass man auch zum Üben in einer gewissen Stimmung ist und Lust zum Üben hat. Hat man nun wirklich keinen Bock, kann man es auch lassen. Tritt dieser Zustand aber zwei oder dreimal hintereinander auf, sollte man sich über seine Motivation zum Spielen eines Instrumentes Gedanken machen.
  • Manchmal hilft zur Motivation für's Üben auch ein kleines Hilfsmittel. Zum monotonen 'Klack-Klack-Klack' eines Metronoms zu üben, ist nun wirklich ätzend. Ein DrumComputer kann da Wunder wirken.

Das Erarbeiten der Grundlagen ist das schwierigste Kapitel beim Erlernen eines Instrumentes. Die allerbeste Lösung ist in jedem Fall ein Teacher! Wenn er nicht gerade die letzte Nulpe ist, bringt er Euch über die ersten Hürden, achtet auf Fehler und Entwicklung von guter Handhaltung und Technik und motiviert Euch.

Wenn Ihr einen Lehrer sucht, lasst Euch von ihm in einem Vorgespräch sein Vorgehen darlegen, Vorschläge für Unterrichtspläne zeigen. Das rein Menschliche nicht zu vergessen: Ihr müsst Euch auch riechen können. Grossartige Qualifikationen (BSM oder Berkeley-Absolvent) sind auch bei einem Teacher keine Garantie für Lehrerfolg. Ein guter Bassist muss auch nicht ein guter Lehrer sein, und ein guter Lehrer kein excellenter Bassist.

Wenn Ihr dann die einfachen Bass-Linien in Rock und Blues herunterbeten könnt, kann ich Euch nur noch zeigen, wie das die Blues-Kollegen von der Ketarristen-Fraktion abziehen: Mit Pentatonik.

 
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