The Bass Collection


Studieren geht über Probieren

So, wie geht's denn nun weiter? So von der theoretischen Seite her betrachtet haben wir ja nun einiges an Material zur Verfügung. Man wird dann aber schnell feststellen, dass man damit allein nicht weiter kommt. Praxis muss her, wie machen es denn die anderen Bassisten, die großen oder/und die berühmten. Mit Wasser müssen sie doch am Ende auch kochen, denn mehr als die Akkorde, Skalen, Modes, Stops und Metren haben am Ende alle Musiker nicht zur freien Verfügung. Oder doch ... ?

Und wovon lernt man? Von den Meistern, von denen, die können oder tun. Und das ist auch der Sinn der nun folgenden Artikel. Wahllos (glaubt Ihr das wirklich?) herausgegriffen werden wir uns einige Songs zur Brust nehmen und uns mal anschauen, was denn die Heroen der tiefen Saiten so machen, wenn sie müssen ... Scham über die, die nun zweideutig denken. Doch zuvor ein paar Worte, Gedanken und Hinweise über das Lernen am Objekt.

Those who can do.

Those who cant do teach.

Those who cant teach administrate.

So habt denn Geduld mit Eurem unehrwürdigen Schreiber.

Dont imitate, innovate!

Kluger Spruch, aber eben aus der Werbung. Die Realität ist anders. Wenn jeder frei aus seiner Kreativität heraus schaffen und erschaffen könnten, brauchten wir keine Schulen, keine Lehrer. Was wir als angehende Bassisten brauchen ist ein Vorbild, oder sofort mehrere, falls mal eins ausfällt.

Sind da doch mehrere Fälle, wo man fertige Songs spielen will (Üben, Lernen), muss (Cover, Audition, Lernen) oder soll. Den Lern-Effekt solcher Aktionen sollte man nicht unterschätzen. Sagen wir mal, wir werden von unseren bereits eingeübten und verankerten Wegen abgebracht, indem wir Material anderer Bassisten spielen. Wir werden also quasi gezwungen, unseren eigenen Sumpf zu verlassen und Neuland zu betreten. Geht dann das zu bearbeitende Material über unseren aktuellen Stand an Fertigkeiten hinaus (aber möglichst nicht zu viel), ist ein Fortschritt programmiert. Merken wir nach spätestens einer halben oder dreiviertel Stunde, dass wir mit dem Song technisch oder harmonisch nicht klar kommen, sollten wir es sein lassen. Anderen Falls handeln wir uns Frust ein.

Der Worte sind genug gewechselt

Dann brauchen wir noch Verfahren. Nämlich zur Analyse der Gehörten. Und zu den Verfahren das moderne Handwerkszeug, auch genannt 'PC'. Sind wir bisher richtig vorgegangen, sollten wir mindestestens das harmonische Handwerkszeug parat haben. Und dann bräuchten wir noch Ziele. Die sollten wir uns nun formulieren:

Wir wollen analysieren, was professionelle oder so arbeitende Bassisten an Stilen und Noten-Material benutzen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse nutzen wir, unser eigenes Spiel-Potential zu erweitern und zu vervollständigen. Und das halte ich für den wichtigsten Punkt.
Ziel ist nicht, andere Musiker zu imitieren oder zu kopieren, sondern ihre Arbeit als Anstoss und Anregung zu verstehen.
Wir wollen auch dabei lernen, wie man ein Stück analysiert und damit zu einem effektiven Weg kommt, vorhandene Stücke nachzuspielen oder mitzuspielen. Für einen geübten Musikus kein Problem, für Anfänger doch oft unbekanntes Terrain.
Somit ergibt sich so auch ein weiterer Baustein für's Üben, nämlich das Jammen zu CDs oder anderen Aufnahmen.
Und zu guter Letzt: das tiefere Eindringen in die Musik soll ermöglicht werden. Es ist wirklich so, dass man mit der Zeit des Analysieren, Transkribierens und Transpirierens seine Art zu hören verändert.

Klingt vielleicht bis hierhin etwas hochtrabend, ist es aber gar nicht, es ist nur sehr streng formuliert.

Und nun noch unser wichtigstes Werkzeug (nein, nicht das Instrument):

Unser Gehör

Daher: Gehörtraining ist das ein und alles an dieser Stelle. Also wer's noch nicht getan hat ...

Was brauchen wir noch? Idealerweise einen PC mit Soundkarte, so dass wir unser Instrument und die Vorlage, sei's von CD oder MP3-Datei, über Kopfhörer hören können. Alternativ auch Stereo-Anlage + Übe-Amp. Oder in dieser Art was. Dann noch unseren Bass, und nun noch Geduld, Passion und eine Prise Ernsthaftigkeit.

Kandidat #1

Natürlich sollte man bei dem vorliegenden Material nicht gleich das kalte Kotzen kriegen, daher werde ich um die Plättitüden und geschmacksmäßigen Ausreisser dieser Zeit einen Bogen machen. Keine Britney, kein N'Sync und kein Modern Talking, versprochen.

Wie fangen wir an? Möglichst simpel? Nein, nein, ..., etwas fordern wollen wir uns schon. Hier ist er: Dave LaRue mit Steve Morse: Native Dance!

 
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