 |
|
|
| Epiphone Thunderbird
IV VSB (Vintage Sunburst) (, 2004) |
| Bässer gehts
nicht. |
| Reviewer: |
Philipp Rammer |
| Website: |
http://www.epiphone.com/default.asp?ProductID=114&CollectionID=12 |
| Typ: |
Elektrisch Magnet-PUs (4saitig) |
| Preis: |
350 Euro (Neu) |
| Korpus: |
Korpus Erle, geschraubter Hals |
| Hardware: |
schwarz |
| Hals: |
laaaaang (34er Mensur)... reverse Headstock, Ahorn. |
| Griffbrett: |
Palisander, bundiert |
| Bundierung: |
20 Bünde |
| Pickups: |
2x Humbucker (Epiphone) (passiv) |
| Elektronik: |
2x Volume, 1x Tone (passiv) |
| Fazit: |
Also
erst mal zum offensichtlichen: Eine der optisch wohl schönsten
Bässe!
Da das Original aber für einen unbedarften Schüler nicht bezahlbar
ist (1800€), musste der Epiphone her. Und er sieht ja schon
auf Fotos absolut genial aus, aber "in echt" überzeugt die mit
Klarlack überzogene, gut sichtbare Holzmaserung der Erlenkorpus
noch viel mehr. Erst recht in diesem angenehmen Braun - da bleibt
dem Gitarristen einfach die Spucke weg (genauer gesagt wirds
überall erst mal recht leise wenn man mit diesem Riesenbass
auftaucht). Die "verkehrte" Halsplatte und die beeindruckenden,
darauf montierten, wuchtigen schwarzen Mechaniken ist auch ein
astreiner Blickfänger, wenn auch nicht ganz unproblematisch
(dazu später mehr).
Einmal angestöpselt, fährt das Ding seine Rock-Krallen aus:
Die zwei Humbucker sagen leise "servus" - ach nein, das war
ja mein Trommelfell. Zusammen mit einem ordentlichen Amp mit
15"-Schüssel kann man's mit diesem Stück so richtig krachen
lassen, die Pickups sind für diese Preisklasse der absolute
Hammer. Tone-Regler zu, beide Pickups auf (meistens empfehlenswert,
da sie einzeln etwas dumpf bzw. etwas basslos klingen) - da
wackelt der Proberaum, dass es eine Freude ist. Tone-Regler
auf, Höhen am Amp aufgedreht (nein, eine aktive Klangregelung
gibts für den Preis noch nicht) - schon kann man einwandfrei
slappen, denn Platz ist zwischen dem zweiten Pickup und dem
Beginn des Hauses mehr als genug.
Nachdem der Klang also auch beeindruckt, möchte ich noch erwähnen
dass durch die relativ lange Mensur die standardmäßig aufgezogenen
Saiten wunderbar weich sind und eine gute Lage haben. Das müssen
sie auch, denn die Bünde sind nicht die kleinsten. Trotzdem
kein unangenehmes Gefühl.
Doch nun zum vorher angesprochenen. Dank des langen Halses und
der großen, schweren Kopfplatte und des - zugegeben - standardmäßig
äußerst bescheuert montierten Gurtpins landen die Mechaniken
schneller bei den Füßen als man sein Bier loswird um ihn wieder
aufzufangen.
Das resultiert in einer im Stehen irsinnig anstrengenden spielhaltung
(im Sitzen gehts sowieso) und zwangsweise verkrmapften Fingern
durch die völlig falsche Spielweise, weil man mit der linken
Handfläche versuchen muss den Bass halbwegs in (be-)spielbarer
Höhe zu halten! Ein Auftritt kostet viel Schweiß und verursacht
starke Schmerzen.
Gestern habe ich diesem Übel allerdings Abhilfe verschafft und
einfach den Gurtpin in den Halsansatz geschraubt, was in einer
phänomenalen Besserung des vorher sehr unwilligen Bassverhalten
resultierte - jetzt ist er richtig angenehm!
Alles in allem ein für diesen Preis außergewöhnlich hochklassiges
Instrument, und wäre nicht dieser unnötige Fehler mit dem Gurtpin
hätte er auch eine bessere Bespielbarkeitsnote erhalten. Mit
der kleinen Modifikation (2min) gehts aber!
Soundmäßig hätte er von mir 10/10 haben können, wenn die Pickups
einzeln besser geklungen hätten. Da sie in der Mischung aber
trotzdem sehr überzeugen können, gibts immerhin 9. Eine aktive
Elektronik wäre eine Anschaffungsüberlegung für die Zukunft,
könnte noch einiges aus dem Ansonsten sehr gelungenen Bass rausholen! |
| Bewertung: |
| Bespielbarkeit: |
8 / 10 |
| Sound: |
9 / 10 |
| Optik: |
10 / 10 |
| Preis/Leistung: |
10 / 10 |
|
| GESAMT: |
10 / 10 |
|
|
|