| Fazit: |
Dieses
Teil, heute mit einem Turquois-Schlagbrett, ist mein Hauptinstrument
seit 1994. Im Wettbewerb mit einem Ibanez-Bass gewann er damals
im Musik-Geschäft das Rennen, weil er einfach ein Fender
war, und auch, weil mir die Halsmaße und das Spielgefühl
auf Anhieb zusagten.
Mechanik: Fender Mexico verbaut die unterschiedlichsten Holzarten
für den Korpus. In diesem Falle hatte ich Glück und
erwische einen Erle-Korpus, Hals-Material ist Ahorn, Palisander-Griffbrett.
Vom damaligen Bass ist heute eigentlich nur noch das Holz original.
Die Fender-Vintage-Tuner mussten Schaller-Versionen weichen, die
Pickups sind nun Bartolini 9S, die Bridge ist eine Schaller 3D4
(mit der ich nie irgendwelche Probleme hatte, so viel zu den Legenden,
die herum gehen). Die Potis mit 250kOhm sind nun zu 500kOhm-Potis
mutiert. Als letztes mit einem Knochensattel ausgestattet und
von einem Gitarrenbauer auf optimale Bundhöhen beschliffen,
ist das Instrument für meinen Zweck das Nonplusultra in Spielgefühl,
Sound und Handhabung. Es gibt nur einen einzigen Deadspot auf
der G-Saite, nämlich im 7. Bund. Nicht ganz unerklärlich
ist dieser Deadspot nach Sattel- und Tuner-Tausch schwächer
geworden und fällt kaum auf.
Elektrik: Rein passiver Jazz Bass. Zwei Singlecoils von Bartolini,
zwei Volumenregler, eine Tonblende.
Sound: Die Bartolinis sind moderne Jazz Bass-Pickups, mit eher
hellem Sound und betonten Hochmitten. Der Hals-Pickup eher weich
und warm, der Bridge-Pickup eher knurrig und trocken. Mischung
der beiden liefert zusammen mit der Höhenblende vom weichen
kuscheligen Bass-Gebrummel bis zum knurrigen Jaco-Sound alles,
was ein Jazz Bass braucht. Die Holzqualität ist insgesamt
nicht schlecht, jedenfalls ist Sustain und Ansprache mehr als
zufrieden stellend. Hat aber auch etwas mit meinen Umbau-Maßnahmen
zu tun. Am meisten haben Steg- und Satteltausch gebracht, letzterer
für das Sustain.
Handhabung: Was Yamaha schon immer konnte, muss Fender immer
noch lernen: gute Bundbearbeitung. Erst nach Aufenthalt bei einem
Gitarrenbauer im Ruhrgebiet waren die Bünde egalisiert und
gut bearbeitet. Die investierten 170,-- DM brachten eine sehr
niedrige Saitenlage und eine bessere Tonansprache. Mit 4.8kg hängt
das Teil recht derbe am Gurt, und nach vier Stunden Probe zieht
es auch schon im Kreuz. Ein Jazz Bass braucht wohl immer einen
breiten und weichen Gurt. Dafür ist er aber auch das ideale
Instrument für schnelles Spiel, kleine Eskapaden, ohne für
Balladiges oder Blues zu funky zu sein, dank des schmalen und
flachen Halses. Dafür braucht der Bass aber auch Umstellungen
der Halsspannung zwischen Sommer und Winter.
Unergonomisch ist er mit seinen Body-Shapings und der ausgewogenen
Balance am Gurt jedoch nicht.
Der Fender MIM Jazz Bass ist einfach ein gesundes Arbeitsgerät,
robust, im Sound variabel und erschwinglich. Wegen seiner Standards
bietet er genug Verbesserungsmöglichkeiten in Hardware und
Elektrik. Und ich habe ihn einfach gern in der Hand, liebe seinen
Sound und seine Optik. Mein Yamaha BEX4C ist sicher qualitativ
besser, die Variabilität und die Universalität des Jazz
Bass hat er aber nicht. Und ich würde ihn auch nie gegen
eine USA-Variante tauschen, trotz seiner leichten Macken.
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