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Vision ??? (Korea, ???)
You get what you pay for
Reviewer: Rainer Straschill
Typ: Elektrisch Magnet-PUs (4saitig)
Preis: 130 DM (Gebraucht)
Korpus: billiges Holz, schwarz lackiert
Hardware: jeweils die billigstmögliche
Hals: Jazz-style, billiges Holz, Klarlack
Griffbrett: billiges Holz
Bundierung: 21 unregelmäßige Bünde
Pickups: 1xJazz (Steg), 1xPrecision (Hals) (passiv)
Elektronik: 2xPU-Volume, 1xTone (TP) (passiv)
Fazit: Naja...ich hatte mir den Bass als Zweitbass gekauft, um noch einen normalen Hass zu haben, nachdem ich meinen Sechssaiter komisch gestimmt hatte. Und damit sollte erstemal kurzfristig was billiges her...

Der Bass ist im Prinzip ein ganz normaler Jazz (auch von der Korpusform) mit einer passiven PJ-Bestückung. Die Pickups sind super-mikrophonisch, wenn man in einem Raum irgendein Schaltznetzteil oder sowas hat (kann ein Computer oder ein Martin Roboscan sein), muß man ausprobieren, wie man sich hinstellen muß. Die Pickups liefern sehr wenig Druck, aber erstaunlicherweise einen recht angenehmen und flexiblen Klang. Gut, der Jazz-PU hat überhaupt kein Bottom-End und klingt sehr dünn, aber mit entsprechendem EQ hintennach kann man das auffangen. Die Elektronik ist ein Kondensator zusammen mit einem Poti. Dreht man das rein, werden die hohen Frequenzen kurzgeschlossen, womit man einen einfachen Tiefpaß hat. (Daß man sich damit große Probleme speziell mit passiven Pickups einfängt, ist was anderes, mir aber egal, da ich alle Klangregelung außerhalb des Instruments mache). Geschickterweise sind die Pickups so ausgelegt, daß man wenn man beide gleichzeitig betreibt, im Tieftonbereich Phasenauslöschung hat; damit kann man das geschickt als Hochpaßfilter verwenden. Aber ansonsten klingen die Pickups, die aussehen wie das Billigstmögliche, erstaunlich gut.

Über die Hardware gibts wenig zu sagen; es sind wohl einfach sehr...preislich attraktive Komponenten. Griffbrett usw. möchte ich noch kurz erwähnen: die Saitenlage des Basses war, wie ich ihn erstand, perfekt, um einigermaßen flinkes Spiel zu verhindern. Ich verstand auch warum: dadurch, daß es sehr trickreich ist, die Halsneigung zu regulieren (der Hals geht ein wenig in Biegung), und außerdem alle Bundstäbe unterschiedlich hoch sind, war es erstmal ein Job für den Innensechskant, die Feile und viel viel probieren. Bei der Gelegenheit konnte ich gleich noch die seitlich überstehenden Bundstäbe korrigiern, um Verletzungen vorzubeugen.

(time passes)

Nachdem der Bass so scheiße war, mußte irgendwann ein vernünftigerer Zweitbass her (in dem Fall wars ein Hohner The Jack, der wirklich allererste Klasse ist!). Und damit hatte ich die Freiheit, auf den Noisik (so sieht das Vision-Logo aus, wenn man von der falschen Seite draufschaut) meine komische invertierte Lautenstimmung (D-A-f-c') raufzuprügeln.

Und siehe da: speziell im mittleren-oberen Register dieser Stimmung klingt der Bass richtig schön! Sicherlich eine ziemliche Spezialanwendung, aber falls ein Bassist bis in die mittlere Gitarrendomäne auf nem Viersaiter spielen will, man sich außerdem keine Gedanken machen will, das Ding mal mit auf ne Hütte oder ne Punkparty mitzunehmen, und kein Problem damit hat, Stunden zu investieren, den Bass in einen einigermaßen spielbaren Zustand zu bringen, dann ist das vielleicht eine gute Wahl...

...sonst aber nicht. You get what you pay for!
Bewertung:
Bespielbarkeit:4 / 10
Sound:8 / 10
Optik:3 / 10
Preis/Leistung:6 / 10

GESAMT:6 / 10
 
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