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John
Myung Signature Bass - hm, als ich mich zum Kauf diese Instrumentes
entschied war mir schon klar, dass ich die Spieltechnik des Namensgebers
niemals erreichen würde. Da ich aber die Soundcharakteristik der
RBX-Bässe aus dem Hause Yamaha schon immer als sehr rockig empfand
interessierte ich mich für diese Ausgabe der Produktlinie. Um
es vorwegzunehmen, ich habe es bis heute nicht bereut, mich für
diese Instrument entschieden zu haben.
Ich habe den Bass im Februar 2002 beim Musikhaus Thomann bestellt.
Er wurde innerhalb von 2 Wochen geliefert. Die Begutachtung der
Werkseinstellung förderte eine für alle Situationen brauchbare
Abstimmung zutage. Die Bespielbarkeit war von Anfang an gut und
komfortabel. Die "Greifgeräusche" hielten sich in Grenzen. Allerdings
ist das Instrument für schnell gespielte Rockriffs alle John Myung
einem "Finetuning" zu unterziehen - ist ja auch Geschmackssache.
Also um es gleich an dieser Stelle zu sagen, ich spiele nicht
annähernd in der Geschwindigkeit eines JM, aber man kann ja fast
jeden Bass für sich persönlich in der Abstimmung nochmals verbessern.
Ich empfehle dabei die Optimierung durch ein Tuning des PLEK-SYSTEM´s
(http://www.plek.de). Trotz zweier Halsspannstäbe funkionierte
dies Methode sehr gut.
Nach dem Tuning wurde die Bespielbarkeit um Universen verbessert.
Um hier nicht falsch verstanden zu werden, auch ohne ein solches
Feintuning ist der Bass wirklich gut zu bespielen. Die Halsdimensionen
sind für einen Sixstring durchaus moderat. Wer allerding kurze
Finger oder kleine Hände hat wird sich schwer tun. Ich zähle zu
der Fraktion der langfingerigen Großhände, daher "no Prob".
Nach einiger Übung und Gewöhnung an die neuen Dimensionen war
ich aber völlig begeistert, wie flüssig und "sportlich" der Bass
zu spielen ist. Ich habe beim Tuning eine recht niedrige Saitenlage
gewählt. Empfehlenswert ist dies jedoch nur, wenn die Bassanlage
sauber und akzentuiert überträgt. Bei hartem Anschlag kann es
sonst schon mal "nebengeräuschvoll" zugehen. Das ist aber wirklich
nur dann der Fall, wenn man sehr knackig in die Saiten greift.
Nach meiner Erfahrung werden durch die beiden zusätzlichen Saiten
einige Lagenwechsel eingespart, was insbesondere bei höheren Tempi
einen Komfortgewinn bedeutet. Das Spiel wird ökonomischer, ich
selbst habe das Gefühl bei "tempomäßig" schwierigeren Stücken
gelassener zu spielen.
Nun zum Sound: Ich spiele in einer Rockband. Der Bass ist auch
ein Rockbass - sonst nichts. Er vermag von unten heraus derart
zu drücken, dass ich mein Volumen-Poti um die Hälfte zurückdrehte
und im Band-Sound immer noch voll präsent war. Die aktive Dreiband-Klangregelung
arbeitet vorbildlich und sehr effektiv. Es sind sehr unterschiedliche
Sounds abrufbar, insbesondere wenn man den Pickup-Balanceregler
miteinbezieht. Auch die Hifi-Sound-Bass-Fraktion findet hier ihre
Einstellungen. Dennoch, das Instrument eignet sich nicht dazu,
in Fusion-Bands mit solistischen Freak-Bass-Einlagen zu glänzen.
Was es aber vermag ist, im Bandgefüge ein solides Fundament
zu begründen und auch den einen oder anderen solistischen Ausflug
zuzulassen. Dabei ist zu beachten, dass die C-Saite schon mal
der Gitarre in die Quere kommen kann. Das ist aber eine Abstimmungssache,
die bei Proben durchaus bewältigt werden kann. Die klangliche
Abstimmung des Hersteller kann ich als mehr als gelungen bezeichnen,
da ja bei Yamaha durch die unterschiedlichen Produktpaletten der
Einsatzzweck durchaus vorgegeben ist.
Ausstattung: Mein Bass ist in tükis-blau, dazu vergoldete Hardware.
Die Hardware ist bei Yamaha typischerweise "schweißhandanfällig"
- habe ich auch bei meinem teureren TRB 5 II fretless festgestellt.
Will heißen, dass die Oberfläche der vergoldeten Hardware durchaus
Korrosionsspuren aufweist, wenn man sie nicht nach jeder Probe
und jedem Gig mit einem weichen Baumwolltuch abwischt. Die Prozedur
lohnt sich aber, da mein RBX noch aussieht wie neu - ich kannte
dies "Macke" eben schon.
Ansonsten ist die Ausstattung Yamaha-typisch. Eben nicht Edelbass-Aufwendig
sondern sachlich und dem Einsatzzweck gewidmet. Wer ausstattungsmäßig
in höheren Sphären zuhause sein möchte, dem empfehle ich seinen
Golf zu verkaufen und sich einen Sixstring bei LeFay zu besorgen.
Das Alles will dieser Bass aber gar nicht. Er spricht die Musiker
an, die eine solides Rockpfund wollen, ohne dabei auf solistische
Möglichkeiten zu verzichten. Daher ist auch das Outfit des RBX
als angenehm abgehoben zu bezeichen. Egal ob man die türkise oder
die ruby-red Version wählt, beide Instrument sehen atemberaubend
gut aus - insbesondere dann, wenn man den Preis beachtet. Die
getigerte Ahorndecke macht schon was her und manchmal wird man
auch um seinen Bass beneidet. Ist zwar nicht wichtig, aber gibt
ein gutes Gefühl. Ein weiteres Feature ist die Perlmutt-Griffbretteinlage
im Infinity-Design. Das trägt ebenfalls zu einer recht gefälligen
Optik bei.
Resumeé: Mit dem RBX 6 JM hat Yamaha einen bezahlbaren 6-Saiter
für den Rockbassisten geschaffen, der eine wirklich gute Bespielbarkeit,
einen durchsetzungsfähigen Sound und eine überragende Optik aufweist.
Ich würde das Instrument jederzeit wieder kaufen.
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