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Yamaha RBX 6 JM tb (Thomann, 2002)
Yamaha RBX 6 JM
Reviewer: Nobbi
Website: http://www.yamaha-europe.com/yamaha_europe/germany/index.html
Typ: Elektrisch Magnet-PUs (6saitig)
Preis: 780 Euro (Neu)
Korpus: Erle mit Ahorndecke
Hardware: Gotoh-Style; Brücke massives Messing mit sechs individuell justierbaren Reitern
Hals: Ahorn, geschraubt 2 Truss-Rods
Griffbrett: Ebenholz, 600mm (23.6 Zoll) radius
Bundierung: 24 Jumbo
Pickups: 2 x Alnico Humbucker (passiv)
Elektronik: Master Volume, Pickup Balance, aktiver 3-Band EQ (aktiv)
Fazit:

John Myung Signature Bass - hm, als ich mich zum Kauf diese Instrumentes entschied war mir schon klar, dass ich die Spieltechnik des Namensgebers niemals erreichen würde. Da ich aber die Soundcharakteristik der RBX-Bässe aus dem Hause Yamaha schon immer als sehr rockig empfand interessierte ich mich für diese Ausgabe der Produktlinie. Um es vorwegzunehmen, ich habe es bis heute nicht bereut, mich für diese Instrument entschieden zu haben.

Ich habe den Bass im Februar 2002 beim Musikhaus Thomann bestellt. Er wurde innerhalb von 2 Wochen geliefert. Die Begutachtung der Werkseinstellung förderte eine für alle Situationen brauchbare Abstimmung zutage. Die Bespielbarkeit war von Anfang an gut und komfortabel. Die "Greifgeräusche" hielten sich in Grenzen. Allerdings ist das Instrument für schnell gespielte Rockriffs alle John Myung einem "Finetuning" zu unterziehen - ist ja auch Geschmackssache.

Also um es gleich an dieser Stelle zu sagen, ich spiele nicht annähernd in der Geschwindigkeit eines JM, aber man kann ja fast jeden Bass für sich persönlich in der Abstimmung nochmals verbessern. Ich empfehle dabei die Optimierung durch ein Tuning des PLEK-SYSTEM´s (http://www.plek.de). Trotz zweier Halsspannstäbe funkionierte dies Methode sehr gut.

Nach dem Tuning wurde die Bespielbarkeit um Universen verbessert. Um hier nicht falsch verstanden zu werden, auch ohne ein solches Feintuning ist der Bass wirklich gut zu bespielen. Die Halsdimensionen sind für einen Sixstring durchaus moderat. Wer allerding kurze Finger oder kleine Hände hat wird sich schwer tun. Ich zähle zu der Fraktion der langfingerigen Großhände, daher "no Prob".

Nach einiger Übung und Gewöhnung an die neuen Dimensionen war ich aber völlig begeistert, wie flüssig und "sportlich" der Bass zu spielen ist. Ich habe beim Tuning eine recht niedrige Saitenlage gewählt. Empfehlenswert ist dies jedoch nur, wenn die Bassanlage sauber und akzentuiert überträgt. Bei hartem Anschlag kann es sonst schon mal "nebengeräuschvoll" zugehen. Das ist aber wirklich nur dann der Fall, wenn man sehr knackig in die Saiten greift. Nach meiner Erfahrung werden durch die beiden zusätzlichen Saiten einige Lagenwechsel eingespart, was insbesondere bei höheren Tempi einen Komfortgewinn bedeutet. Das Spiel wird ökonomischer, ich selbst habe das Gefühl bei "tempomäßig" schwierigeren Stücken gelassener zu spielen.

Nun zum Sound: Ich spiele in einer Rockband. Der Bass ist auch ein Rockbass - sonst nichts. Er vermag von unten heraus derart zu drücken, dass ich mein Volumen-Poti um die Hälfte zurückdrehte und im Band-Sound immer noch voll präsent war. Die aktive Dreiband-Klangregelung arbeitet vorbildlich und sehr effektiv. Es sind sehr unterschiedliche Sounds abrufbar, insbesondere wenn man den Pickup-Balanceregler miteinbezieht. Auch die Hifi-Sound-Bass-Fraktion findet hier ihre Einstellungen. Dennoch, das Instrument eignet sich nicht dazu, in Fusion-Bands mit solistischen Freak-Bass-Einlagen zu glänzen.

Was es aber vermag ist, im Bandgefüge ein solides Fundament zu begründen und auch den einen oder anderen solistischen Ausflug zuzulassen. Dabei ist zu beachten, dass die C-Saite schon mal der Gitarre in die Quere kommen kann. Das ist aber eine Abstimmungssache, die bei Proben durchaus bewältigt werden kann. Die klangliche Abstimmung des Hersteller kann ich als mehr als gelungen bezeichnen, da ja bei Yamaha durch die unterschiedlichen Produktpaletten der Einsatzzweck durchaus vorgegeben ist.

Ausstattung: Mein Bass ist in tükis-blau, dazu vergoldete Hardware. Die Hardware ist bei Yamaha typischerweise "schweißhandanfällig" - habe ich auch bei meinem teureren TRB 5 II fretless festgestellt. Will heißen, dass die Oberfläche der vergoldeten Hardware durchaus Korrosionsspuren aufweist, wenn man sie nicht nach jeder Probe und jedem Gig mit einem weichen Baumwolltuch abwischt. Die Prozedur lohnt sich aber, da mein RBX noch aussieht wie neu - ich kannte dies "Macke" eben schon.

Ansonsten ist die Ausstattung Yamaha-typisch. Eben nicht Edelbass-Aufwendig sondern sachlich und dem Einsatzzweck gewidmet. Wer ausstattungsmäßig in höheren Sphären zuhause sein möchte, dem empfehle ich seinen Golf zu verkaufen und sich einen Sixstring bei LeFay zu besorgen.

Das Alles will dieser Bass aber gar nicht. Er spricht die Musiker an, die eine solides Rockpfund wollen, ohne dabei auf solistische Möglichkeiten zu verzichten. Daher ist auch das Outfit des RBX als angenehm abgehoben zu bezeichen. Egal ob man die türkise oder die ruby-red Version wählt, beide Instrument sehen atemberaubend gut aus - insbesondere dann, wenn man den Preis beachtet. Die getigerte Ahorndecke macht schon was her und manchmal wird man auch um seinen Bass beneidet. Ist zwar nicht wichtig, aber gibt ein gutes Gefühl. Ein weiteres Feature ist die Perlmutt-Griffbretteinlage im Infinity-Design. Das trägt ebenfalls zu einer recht gefälligen Optik bei.

Resumeé: Mit dem RBX 6 JM hat Yamaha einen bezahlbaren 6-Saiter für den Rockbassisten geschaffen, der eine wirklich gute Bespielbarkeit, einen durchsetzungsfähigen Sound und eine überragende Optik aufweist.
Ich würde das Instrument jederzeit wieder kaufen.

Bewertung:
Bespielbarkeit: 7 / 10
Sound: 10 / 10
Optik: 10 / 10
Preis/Leistung: 10 / 10

GESAMT: 9 / 10
 
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