| Fazit: |
Saubere Verarbeitung und gutes Preis/Leistungs-Verhältnis
liefert Fender da inzwischen. Die MIM Fat Strat ist durchweg
sauber und akkurat gebaut, einwandfreie Lackierung, Bünde
sehr gut abgerichtet und entgratet, Halstasche passt,
ohne Fehl und Tadel. Das Vintage-Vibrato funktioniert
ganz gut, auch hier sind Dive-Bombs nicht Sinn der Sache.
Die Saitenreiter sind nicht der Knaller und etwas wackelig,
aber man muss den Preis der Gitarre im Auge behalten.
Einziger Kritik-Punkt in der Verarbeitung: der Sattel
hatte noch gut einen halben Millimeter Platz, da könnte
die Saitenlage in den unteren Bünde ab Werk besser
sein. Ein paar Schliffe mit Sattelfeilen beheben das aber.
Danach ist die Saitenlage super, sehr niedrig einstellbar
ohne Scheppern. Dass man den Hals fast gerade einstellen
kann, spricht für die saubere Arbeit. Stimm-Mechanikenn
laufen gut und Schlupf ist einstellbar. Die Hardware ist
angemessen und paletti. Warum allerdings die Magnete des
Hals-Pickups bei den E-Saiten etwas aus der Flucht liegen,
das walte Leo. Allerdings ergibt sich so ein leichter
Volume-Verlust bei der hohen E-Saite, aber nicht dramatisch.
Sound ist der Strat-Sound, der Humbucker an der Bridge
macht schon ganz gut Dampf. Wie soll man einen Strat
sonst beschreiben? Halt eine Strat ... meine Lieblingsposition
ist Hals + Mitte.
Vielleicht sinnvoll ist der Vergleich zwischen Yamaha
Pacifica 112 und der MIM Strat, den Preisunterschied
1:2 im Auge behaltend. Bezüglich der Hardware ohne
Pickups kann auch so die Yamaha absolut überzeugen,
Hardware ist in etwa vergleichbar. Der Hals der Yamaha
ist deutlich fetter, die Bespielbarkeit ebenfalls in
etwa vergleichbar. Der Korpus der Strat ist dafür
angenehmer, ergonomischer, die Strat liegt leichter
in der Hand, sie ist ausgewogener. Bezüglich Sound
liegen zwischen der PAC und der Strat aber Welten. Im
Clean-Bereich tut sich die Strat mit einem deutlich
besseren Sustain und mehr Volumen hervor, die Strat
hat ab Werk die klar besseren Pickups. Auch die Kombinationen
der Pickups haben bei der Strat jeweils ihren eigenen
Charakter, bei der Pacifica ist das oft nur Nuance.
Sobald ein Schüppchen Gain drauf kommt, matscht
die Pacifica, schon einfache Powerchords verschwimmen.
Die Strat behält ihre Transparenz, und gerade der
Bridge-PU singt schön und klar. Nix Matsch. Die
Yamaha ist für den Preis ein Knaller, die Strat
hat aber eben mehr Charakter.
Um die Pacifica einigermaßen auf den MIM-Strat-Level
zu bringen, muss man das investieren, was die Strat
ab Werk schon hat. Ist der Geldbeutel klein, ist die
Yamaha schon akzeptabel. Die Strat ist aber eben eine
Strat, und ist wahrscheinlich die bessere Investition.
Einfach ein rundes Angebot, diese Mexico-Strat.
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