Knoten in den Fingern


Von einem Cellisten zum Üben animiert

Wollte ja noch von diesem in Vollform vierhändigem Stück berichten, an dem ich nun bald zwei Wochen herumgekaspert habe. Dabei fiel mir ein Satz ein, den im empfehlenswerten Zeit - Musik Archiv Mstislaw Rostropowitsch in einem Interview sagte: "Am Klavier kann man sich zehn Knoten in die Finger machen, beim Cello benutzt man zwar auch zehn Finger, aber man macht sich höchstens zwei Knoten hinein. So ähnlich ging es mir auch.

Die Übung entpuppte sich im Nachhinein als echte Herausforderung. Lief das Primo zuhause prima, brach der Schüler mit Einsetzen des Secondos vom Teacher in sich zusammen. Also noch mal von vorn.

Gut, das Primo ist nicht so trivial, aber was es so schwierig macht (latürnich immer für den Anfänger) ist die interessante Stimmführung zwischen Primo und Secondo. Daher hier noch einmal die komplette Version in den zwei Stimmen, inklusive MP3s des Gesamtkunstwerkes und der zweiten Stimme zum Mitspielen:

Das Stück in A-Moll wird im Fünffinger-Raum gespielt, mit der 3 der linken Hand auf dem Mittel-C. Keine Kreuze, keine Behs. Aber auch keine identischen Stimmen. Den Fingersatz habe ich über die ersten Takte notiert, ansonsten ist er eindeutig, da kein Umsetzen geschieht. Man beachte die Staccato-Notationen für die linke Hand. Das Stück birgt Tücken. Nach dem Erarbeiten der einzelnen Teile links und rechts kommt man eventuell schnell auf die Abläufe. Es gelang mir nach einiger Zeit sogar die einzelnen Stimmen viel schneller als notiert zu spielen. Auch die Staccato-Noten waren nicht das eigentliche Problem.

Der Knoten kommt, wenn man das Stück mit beiden Händen zusammen spielen will. Daran habe ich recht lange zu arbeiten gehabt. Wobei die schwierigsten Parts zuerst die Takte 5 und 6 waren, danach die Takte ab 17, wo man mit dem Kopf im Grunde in beiden Händen sein muss. Immer wenn ich versuchte mich auf eine Hand zu konzentrieren und je nach Schwierigkeit umzuschalten, machte die andere Hand Dummfug. Erst als ich die Abläufe so weit internalisiert hatte, dass ich mich möglichst auf keine Hand mehr direkt konzentrierte, ging es besser. Was ist der Lernerfolg dieses Stückes? Zuerst die Möglichkeit die direkte Konzentration abzuschalten und aus den Händen heraus, nicht aus dem Kopf zu spielen. Zweitens bekam ich meine Ringfinger etwas mehr unter Kontrolle, was immer noch mein Schwachpunkt ist. Die Staccato-Abschnitte üben dies besonders. Und drittens: stark gegenläufige Bewegungen der beiden Hände zu üben.

Übrigens klingt das Stück erst in der vierhändigen Version richtig vollmundig. Find' ich so. Viel Spaß.

 

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Noten Gesamt
Noten Primo
Noten Secondo
Finale
Noten
Noten Primo
Noten Secondo
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