 |
Die Moll-Tonleiter, Bildung und Bezug zur
Dur-Leiter |
|
|
Eine traurige Geschichte
Die etwas andere Tonleiter
Dass wir uns so ausgiebig mit der Dur-Leiter beschäftigt
haben, hat uns zwar einige Zeit gekostet, aber wir haben dadurch
nun eine Menge Grundlagen. Bevor wir nun weiter gehen, möchte
ich aber doch noch eine zweite Tonleiter behandeln, weil sie
unser Verständnis etwas erweitert, und weil diese Leiter
in der populären Musik eigentlich noch wichtiger ist
als die Dur-Leiter. Man ahnt es schon, es ist ...
Moll oder Natürlich-Moll
Das ist aber eine einfache Sache, denn wir können ja
auf unser Wissen um die Dur-Leiter aufsetzen. War der so lange
Artikel doch nicht umsonst. Also. Wir haben gesehen, dass
für den Klang einer Tonleiter die Noten derselben maßgeblich
sind. Und welche Noten die Leiter enthält, entscheidet
die Bildungsregel, haben wir gesagt. Für die Dur-Leiter
hatten wir dieses Bildungsschmema:
| NOTE |
C
|
|
D
|
|
E
|
|
F
|
|
G
|
|
A
|
|
B
|
|
C
|
 |
| ABSTAND |
|
W
|
|
W
|
|
H
|
|
W
|
|
W
|
|
W
|
|
H
|
|
Daraus kann man messerscharf schließen, dass sich durch
andere Bildungsregeln auch andere Leitern ergeben, und dass
diese Leitern dann auch anders klingen. Benutzen wir ein anderes
Schema, bekommen wir eine andere Leiter, andere Noten und
auch einen anderen Klang. Die Bildungsregel für die sogrannte
Moll-Tonleiter (genauer müssten wir sagen Natürlich-Moll,
oder ganz exakt Äolische Leiter) ist anders als die der
Dur-Leiter, nämlich WHWWHWW. Wir machen das nun mal nicht
für C als Grundton, sondern für A. Erstens ist das
ein wenig Abwechselung, und der weitere Sinn und Bezug kommt
dann später noch deutlicher.
| NOTE |
A
|
|
B
|
|
C
|
|
D
|
|
E
|
|
F
|
|
G
|
|
A
|
 |
| ABSTAND |
|
W
|
|
H
|
|
W
|
|
W
|
|
H
|
|
W
|
|
W
|
|
Die Noten ergeben sich daraus, das wir vom Grundton A ausgehen
und die Noten gemäß der W/H-Schrittweite nehmen.
Und dann kommen genau diese Noten heraus. Diese Leiter nun
noch notiert:

Und genau so können wir mit dieser Bildungsregel anhand
unseres Griffbrett/Noten-Diagramms die Fingersätze bauen.
Gleiches Verfahrung wie bei Dur. Da wir aber Leersaiten-frei
bleiben wollen, nehmen wir das A im 5. Bund der E-Saite, nicht
die Leersaite. Obwohl die Leersaite hier auch funktioniert.

Hier reicht uns glatt ein einzelner Fingersatz, denn der
führt nur über drei Lagen resp. Bünde. Was
nun auffällt ist, dass witzigerweise in der A-Moll-Leiter
die gleichen Noten enthalten sind wie in C-Dur! Aber wenn
es doch die gleichen Noten sind, wieso klingt die Moll-Leiter
so anders als die Dur-Leiter? Es liegt tatsächlich nicht
primär an den Noten selbst, sondern an der Bildungsregel.
Der Halbschritt vom B zum C, vom E zum F und der Ganztonschritt
vom G zum A sind es, die für den Klang verantwortlich
sind.
Auflösung des Rätsels
Und warum enthält die A-Moll-Leiter die gleichen Noten
wie C-Dur? Das eine Dur, das andere Moll und gleiche Noten?
Der Grund kommt im Detail später bei der Betrachtung
der Modes. Tatsächlich ist es so, dass Natürlich-Moll
nämlich gar keine eigenständige Tonleiter ist, sondern
dann entsteht, wenn man in der C-Dur-Leiter auf der 6. Note
weiter spielt bis zum nächsten A. Aber das kommt noch
intensiver in einem späteren Kapitel. Blicken wir einen
Artikel zurück in den Quintenzirkel,
können wir jetzt auch sehen, was dort die jeweilige Moll-Leiter
gegenüber der Dur-Leiter ist. Für C-Dur ist A-Moll
die sogenannte parallele Moll-Leiter. Hier erst mal die Bildungsregel
merken, und den Fingersatz. Kleine Übung dazu?
|